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“Miss Frankreich schockt mit Elsässisch
Straßburg. Miss France 2012 ist eine Elsässerin. Das an sich ist keine Sensation. Aber dass die 20-jährige Delphine Wespiser aus Magstatt-le-Bas im Sundgau es gewagt hat, vor laufenden Kameras im französischen Fernsehen Elsässisch zu sprechen, hat für Aufregung gesorgt. Die Reaktionen waren nicht nur freundlich, denn Frankreich tut sich schwer mit dem deutschen Dialekt wie auch mit seinen anderen Regionalsprachen.

“Das Elsässische hat noch mehr Schwierigkeiten als beispielsweise das Bretonische oder das Katalanische”, sagt Bénédicte Keck vom Elsassischen Sprochamt – Office pour la Langue et la Culture d’Alsace (Olca). Immerhin sei Deutsch die Sprache des Erzfeindes langer Jahre und davon sei bis heute etwas hängen geblieben. “Während ein südfranzösischer Akzent als nett empfunden wird, gilt der elsässische als hässlich, bäuerlich und ist verpönt”, meint Keck. Es setze viel Mut voraus, offiziell Mundart zu sprechen.

Frankreich konnte sich bis heute als einziges EU-Land nicht entschließen, die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarats von 1992 zu ratifizieren.

Die Zweisprachigkeit sei in den letzten 40 Jahren im Elsass extrem rückläufig, sagt Olaf Paschen vom Verein ABCM Zweisprachigkeit in Schweighouse-sur-Moder. “In Frankreich sieht man andere Sprachen neben dem Französischen grundsätzlich sehr ungern.” Es gebe aber zunehmend Unternehmer, die den elsässischen Politikern auf die Füße träten, weil ihnen zunehmend zweisprachige Mitarbeiter fehlten.
…”

Den ganzen Text (von Regina Weinrich, Saarbrücker Zeitung vom 20. Jan. 2012) kann man hier nachlesen. Und hier ist Delphine Wespisers Plädoyer für den Dialekt zu sehen und zu hören:

http://www.youtube.com/watch?v=foN5eY1ijqY

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