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In den Online-Ausgaben von FAZ und Focus war heute folgender gleichlautender Unsinn zu lesen, gewachsen auf dem Misthaufen der dpa:

„Präsident Barack Obama verdiene eine zweite Amtszeit, weil er den Kampf sozialer Probleme nicht als Politik ansehe, sondern als persönliche Aufgabe, rief die 48 Jahre alte Michelle Obama am Dienstagabend (Ortszeit) jubelnden Delegierten auf dem Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina) zu.“ Das Wort „struggle“ gehört zweifellos zu den Lieblingswörtern von Frau Obama, aber nach einem „Kampf sozialer Probleme“ sucht man im Originaltext der Rede vergeblich. Dort steht: „So in the end, for Barack, these issues aren’t political – they’re personal.“

Weiter unten hat die dpa es bei der Übersetzung auch nicht so genau genommen: „Wir müssen noch einmal zusammenkommen und zusammenstehen für den Mann, dem wir vertrauen können, dass er dieses Land weiter nach vorn bringt“, soll Michelle Obama gesagt haben. Im Original heißt es: „and we must once again come together and stand together for the man we can trust to keep moving this great country forward”. Auf Deutsch kann ich darauf vertrauen, dass Obama das Land weiter nach vorn bringt, und ich kann ihm auch zutrauen, dass er das schafft. Aber wenn ich ihm vertraue, dann kann ich dieses Vertrauen nicht in einem Nebensatz einschränken, dann ist dieses Vertrauen schon sprachlich ganz umfassend und grenzenlos.

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