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In der WELT von gestern ist ein Interview von Eckhard Fuhr mit Heiner Geißler abgedruckt, in dem Geißler dazu ermuntert, über den Tod und den Sinn des Lebens nachzudenken. Darin heißt es: „Der Tod ist auch total demokratisch. Er packt den Josef Ackermann genau so wie den Arbeiter bei der Müllabfuhr.“

Wie kann ein Politiker vom Tod als „demokratisch“ sprechen? Es ist doch kein Ausdruck der Selbstbestimmung eines Volkes, wann und wie jemand stirbt. Zu behaupten, demokratisch sei das, was alle Menschen unter Ausblendung aller Umstände weltweit und immer trifft, ist ein Kategorienfehler. Wie kann ein CDU-Politiker Demokratie mit der Gleichheit der Menschen vor Gott verwechseln?

Es scheint, als habe Geißler ein christliches Weltbild, aber dann spricht er so, als sei das Christentum für ihn selbst ein Aberglaube: „Wie die Menschen damit [mit dem Tod] fertig werden, hängt davon ab, ob sie es als sinnvoll ansehen können, dass das menschliche Leben in zwei Teile gespalten sein soll, in das irdische Leben mit Krankheit, Tod, Elend, aber auch Glück, und in das Leben danach, wo dann das Paradies stattfinden soll.“

Seit wann soll das Paradies „stattfinden“? Wo findet es statt? Ist das eine Veranstaltung an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, vielleicht mit geladenen Gästen? Eine unendliche Party?

Und wenn Geißler ans Paradies glaubt, wie kann er da behaupten, der Tod sei keine Verheißung?

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