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Im Briefkasten lag gestern ein Zettel zum Berlin-Marathon.
Das Logo ganz oben sieht so aus:
BMW Berlin-Marathon 2012

Gleich im ersten Satz heißt es aber: „Liebe Anwohner, liebe Autofahrer [anscheinend wohnen hier nur Männer, aber egal],
am Wochenende des 29./30. September 2012 [rettet den Genitiv! – aber egal] findet mit 8.000 Skatern und 40.000 Läufern aus über 120 Nationen die Lauf- und Skateveranstaltung 39. BMW BERLIN-MARATHON statt.“ Auch auf der Webseite und in allen Zeitungen ist immer vom 39. BMW Berlin-Marathon (mal mit, mal ohne Bindestrich) die Rede.

Tatsächlich ist BMW erst zum zweiten Mal Titelsponsor des Marathons. Vorher hieß der Lauf einmal (1999) „Alberto Berlin Marathon“ und danach bis 2010 "real,- Berlin Marathon". Und bis 1998 war es schlicht der „Berlin-Marathon“.

Ich habe jetzt ein bißchen über Titelsponsoring gelesen; das ist hochinteressant. Der Sponsor bezahlt eine horrende Summe und kauft damit das Recht, Teil des Namens einer Sportstätte, einer Zeitschrift, einer Sendung oder – wie hier – einer Veranstaltung zu werden. Man darf sich also nicht wundern, wenn der Name des Titelsponsors nicht nur ständig in der Berichterstattung zu lesen und zu hören ist, sondern auch auf den Medaillen steht.

Aber darf der Titelsponsor sich die Veranstaltung rückwirkend aneignen? Einen 39. BMW-Berlin-Marathon kann es doch nur geben, wenn es vorher nicht 38 Berlin-Marathons, sondern 38 BMW-Berlin-Marathons gegeben hat?

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