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Wer in einer Zeit lebt, in der der Jahrestag der Erfindung eines aus Ascii-Zeichen gebildeten Piktogramms auch von seriösen überregionalen Zeitungen euphorisch als „Geburtstag“ gefeiert wird, dürfte sich eigentlich auch über „Live“-Auftritte von Märchengestalten nicht wundern. Ich tu’s trotzdem.

Tabaluga live

Auf der Suche nach Informationen zu diesem kleinen Drachen bin ich auf das Photo einer Tabaluga-Statue gestoßen. Ja, richtig: Statue. Und sie steht nicht in Disneyland, sondern im Hirschgarten, einer Grünanlage im Herzen der Stadt Erfurt, nicht weit entfernt von einem Denkmal zur Erinnerung an die Kriege von 1866 und 1870/71.

An welches historische Ereignis soll uns die Tabaluga-Statue erinnern? Daran, dass der Kinderkanal von ARD und ZDF, in dem die gleichnamige Zeichentrickserie ausgestrahlt wurde, seinen Sitz in Erfurt hat?

Kann die Erkenntnis dieser Tatsache ein Teil unserer kollektiven Identität werden? Kann sie uns zu großen Taten antreiben? Ist die Kenntnis von Tabaluga der Herausbildung eines politischen Bewußtseins förderlich? Ist Tabaluga unser neuer Nationalheld?

Und ist es ein Zeichen von Fortschritt oder von Verzweiflung, wenn in Deutschland nicht Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft oder Kunst, sondern Zeichentrickfiguren mit Statuen geehrt werden?

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