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Ein Berliner Möbelhaus macht seit Jahrzehnten mit folgendem Slogan Werbung:

„Möbel Hübner – Ich soll Sie schön grüßen.“

Jedes Mal, wenn ich das lese oder höre, bin ich irritiert: Wer grüßt? Und von wem? „Ich soll Sie grüßen“ heißt ja, dass eine Person oder eine Personengruppe die Grüße ausrichten lässt. Wenn man nicht weiß, wer das ist, sind die Grüße sinnlos. Nun könnte man meinen, Möbel Hübner bzw. die Geschäftsführung des Hauses lasse die Grüße ausrichten. Aber warum grüßt die Geschäftsführung nicht selbst? Warum muss sie Grüße ausrichten lassen? Wer ist das Ich, das im Auftrag grüßt? Vielleicht der Bus, der die Werbung trägt?

Der Versuch, die Kunden mit Grüßen persönlich anzusprechen, geht ins Leere, weil das, was das Grüßen ausmacht – nämlich Reziprozität – hier gar nicht gegeben ist. Wen könnte man zurückgrüßen oder zurückgrüßen lassen? Und bei wem könnte man sich für das Ausrichten der Grüße bedanken? Vielleicht beim Bus? Danke, Bus, für die schönen Grüße, die Möbel Hübner mir unbekannterweise von dir ausrichten lässt …

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