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„Aussprache und Bedeutung gehen auseinander, im Englischen und im Französischen“, heißt es so treffend bei Alois Brandstetter. Was aber, wenn auch Aussprache und Lautschrift auseinandergehen? So geschehen im deutschen Kino, bei Kokowääh. Das liest sich nämlich am Anfang wie der Beginn von „Kokosnuss“ (mit zwei geschlossenen „o“) und am Ende wie der sehr langgezogene Vokal in „Bääh“ (was ganz gut zur ausgestreckten Zunge auf dem Filmplakat passt).

In Lautschrift müsste man das aber so darstellen: [ kokoˈvɛɛɛ ].

Nun steht unter dem Filmtitel aber: [ kɔkoˈvɛ̃ ] (mit der Tilde über dem Epsilon; einen passenden html-Code gibt es leider nicht; je nach Browser-Font sieht man die Tilde nach rechts verrutscht).

Das ist schön, denn wenn man Lautschrift lesen kann, fällt der Groschen, und man hört plötzlich das Hähnchen im Rotwein schmoren.

Richtig ist es aber nicht, denn wer Coq au Vin richtig ausspricht, dürfte nicht „Kokowääh“, sondern müsste (analog zu „Mocka“ und „Mäh“) „Kockowäh“ schreiben. Ganz abgesehen davon, dass es beim Scrabble nur ein „Ä“ gibt.

Lernen wir noch, oder ärgern wir uns nur?

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