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Ich reagiere allergisch, wenn Leute, die mir vollkommen unbekannt sind, meinen, sich um mich sorgen zu müssen. Das gilt erst recht, wenn es diesen Leuten gar nicht um mich geht und auch nicht um die vielen anderen, die gleichzeitig mit mir angesprochen und umsorgt werden.

Aufgefallen ist mir das zuerst bei der Deutschen Bahn. Da werden nicht die deutschen, wohl aber die englischsprachigen Fahrgäste am Zielbahnhof immer häufiger mit den Worten verabschiedet: „Take care“. Worauf sollen diese Passagiere aufpassen? Doch wohl nicht auf die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante (da würde man „mind the gap“ sagen). Auf sich selbst, wahrscheinlich. Aber was interessiert das die Deutsche Bahn? Mit welchem Recht mischt sie sich in das Leben ein, das die Passagiere nach abgeschlossener Bahnfahrt führen? Und wieso sollten die Passagiere auf Ratschläge hören, die ihnen Sprecher der Deutschen Bahn verkünden? Sollen die Passagiere der Bahn gar dafür danken, sie daran erinnert zu haben, auf sich aufzupassen?

Nicht weniger schlimm ist es bei Easyjet. Seit einiger Zeit klingt es nach den Anweisungen, wie man sich im Notfall verhalten soll, jetzt standardmäßig aus den Lautsprechern: „Und nun lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und genießen Sie den Flug!“ Abgesehen davon, dass man sich weder bequem zurücklehnen noch auf Befehl entspannen noch gar den Flug genießen kann – was zum Teufel geht es die Fluggesellschaft an, wie ich während des Flugs sitze und womit ich mich beschäftige? Ich werde doch wohl noch gerade sitzen und lesen, stricken oder arbeiten dürfen.

Ich empfinde diese Botschaften als in höchstem Maße unerwünschte Übergriffe in mein Privatleben.

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