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An einer Ecke des Potsdamer Platzes in Berlin steht ein Quader mit einer Seitenlänge von ungefähr 1,50 m. An einer Seite ist folgender Text eingraviert:

GRUNDSTEIN
EINES DENKMALS
FÜR
KARL LIEBKNECHT
1871 – 1919

Das sieht so aus:

Grundstein

Was ich daran bemerkenswert finde, ist, dass der solchermaßen beschriftete Grundstein des Denkmals die Funktion des Denkmals vollständig übernimmt. Das eigentliche Denkmal (eine Ganzkörper-Skulptur oder eine Büste Karl Liebknechts) fehlt, aber der schriftliche Verweis darauf erfüllt denselben Zweck des Erinnerns. Es handelt sich gewissermaßen um ein performatives Denkmal, dessen Vollzug sich in der sprachlichen Äußerung ereignet.

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