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Seit gestern ist die deutsche Sprache wieder um ein deutsches Wort ärmer und um einen Anglizismus reicher. Schuld daran ist die große Hitze, die auf manchen Straßen dazu führt, dass sich Fahrbahndecken wölben und der Beton aufplatzt.

„Auf Grund großer Hitzeeinwirkung auf den Fahrbahnbelag der A 93 kam es am Nachmittag zu einem sogenannten „blow up“ an der Anschlussstelle Abensberg in Fahrtrichtung Regensburg.“

„Kelheim: Blow Up auf der A93 – Sekundenschnelle Fahrbahn-Explosion kostet Motorradfahrer das Leben“

„Bei sengender Hitze registrieren die Behörden am Donnerstag an über 20 Stellen aufgeplatzte Fahrbahnen. Das Innenministerium ordnet ein Tempolimit an. Die A 93 bei Abensberg, wo ein „Blow Up“ für einen tödlichen Unfall gesorgt hatte, bleibt gesperrt.“

„Diesen sogenannten „Blow Up“ des Betonfahrbahnbelags der Autobahn erklärt der Sprecher der Autobahndirektion Süd, Josef Seebacher, so …“

„Todesfalle „Blow-Up“ – Wenn die Gluthitze die Autobahn aufsprengt … Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad dehnen sich die Platten derart stark, dass es zu so genannten „Blow-Ups“ kommen kann.“

„Von einem sogenannten „Blow-up“, wie Experten das Phänomen nennen, sind in der Region vor allem die A3, A92 und A93 betroffen.“

Über die rechte Schreibung des Phänomens ist man sich allerdings noch nicht einig: beide Wörter groß, beide klein, eins groß und eins klein, mit Bindestrich oder ohne, mit (Deppen-)Anführungszeichen oder ohne, mit (Deppen-)“sogenannt“ oder „so genannt“. Hauptsache, es klingt bedeutungsvoll. Ich wüsste gern, welcher Experte diese Betonbeulen so genannt hat. Das Wort Buckel war ihm wohl zu popelig, obwohl es auf Englisch genau so heißt, nämlich buckle. Wer nach „road accident“ in Verbindung mit „blow up“ sucht, liest über Verkehrsunfälle, bei denen aufblasbare Puppen im Spiel waren …

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