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Im Tiergarten stehen zahlreiche ca. 50 cm hohe Betonstelen, in denen auf Abzweigungen hingewiesen wird. Darunter sieht man das Logo der Telekom, und noch weiter unten zeigen rosafarbene Pfeile die Richtung an.

Abzweigung 1

Und tatsächlich: Ungefähr 1 – 2 Meter hinter den Kästen gibt es jeweils eine Einmündung oder Kreuzung. Die Vermutung liegt nahe, dass die Telekom auf diese Weg-Abzweigungen aufmerksam machen will und nicht etwa auf Abzweigkästen für Telefonleitungen.

Abzweigung 2

Ich habe mich gefragt:

– Wer hat solche Hinweise nötig? Erwartet man nicht auf fast allen Straßen und Wegen Abzweigungen? Sie sind doch gut und meistens schon von Weitem zu erkennen. Und wenn es so neblig ist, dass man die Abzweigung nicht sieht, sieht man auch den Kasten mit dem Hinweis nicht …

– Warum Warndreiecke? Welche Gefahren könnten an der Abzweigung lauern? Rasende Fahrradfahrer? Geldgierige Räuber? Tollwütige Hunde?

– Was hat die Telekom dafür bezahlt, dass sie die Landschaft so mit Werbung verhunzen darf?

Ich bin der Sache (also den Pfeilen) nachgegangen und dabei auch auf Schilder gestoßen, die – mitten in der Stadt! – vor Straßen warnen:

Straße

Als ich die Kilometersteine gesehen habe,

Kilometerstein

ist der Groschen gefallen: eine Laufstrecke! Aber was hat die Telekom damit zu tun?

Wer sucht, der findet: Im März 2010 hat die Telekom der Stadt Berlin zwei Laufstrecken „geschenkt“ (als ob die Wege vorher nicht existiert hätten) und ist damit ihrer „unternehmerischen und sozialen Verantwortung“ nachgekommen. Dass das Unternehmen „bei den Bürgern dieser Stadt in bester und vor allem nachhaltiger Erinnerung“ bleibt, dafür sorgt das Logo auf den Stelen, das als Teil des Geschenks betrachtet werden darf.

Die Laufstrecken haben sogar einen Namen. Sie heißen „Telekom Running Tracks“.

Jetzt frage ich mich nur noch, warum nicht „turnoff“ auf den Steinen steht.

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