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In Brandenburg gibt es so viele Seen, daß man sich über den ein oder anderen kuriosen Namen nicht wundern darf. So gibt es zum Beispiel gleich zwei Väterseen – einen großen und einen kleinen. Sie liegen im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der Uckermark, rund 60 km nördlich von Berlin.

Bei Wikipedia kann man nachlesen, daß beide Seen erstmals 1590 im Erbregister des Amtes Zehdenick als feder schriftlich belegt sind. Der Eintrag lautete: „Ein See die große feder […] Einn See die Lütcke feder“. In einer Urkunde von 1622 findet sich der Eintrag der grosse Feder […] Der Kleine Feder, in einer Karte von 1747/50 die Bezeichnung Der Grosse Väter, der Kl. Väter. Die Kabinettskarte preußischer Provinzen östlich der Weser und angrenzender Gebiete von Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau aus den Jahren 1767/87 kennzeichnet die Gewässer als Grosvaeter See, Kl. Vaeter See und das preußische Urmeßtischblatt von 1826 mit der heutigen Bezeichnung Großer / Kleiner Vätersee. Nach Angabe des Namenforschers Gerhard Schlimpert sei der slawische Name nicht eindeutig zu erklären. Am wahrscheinlichsten sei die altpolabische Grundform Vedr- zu vedr- = hell, klar.

Es mutet seltsam an, daß das kleine Dorf am Großen Vätersee und auch die um den See liegenden Straßen Groß Väter heißen. Noch gewöhnungsbedürftiger ist der Name des Feriendorfs, das die Stasi 1968 bauen ließ und das die Evangelische Kirche 1990 übernommen und in eine Erholungsstätte für Familien, Schulen und Vereine umgewandelt hat:

Großvätersee

Daß auch der Name des Sees in der Präsentation des Feriendorfs („direkt am schönen Groß Väter See“) gegen alle Regeln der deutschen Rechtschreibung und Grammatik verhunzt wird, ist äußerst bedauerlich.

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