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… wenn die Grammatik stimmt.

Temporalsätze mit „wenn“ und „als“ antworten auf die Frage „wann?“ und drücken in der Regel die Gleichzeitigkeit zweier Handlungen aus. Merke: Die Konjunktion „als“ wird ausschließlich für Handlungen in der Vergangenheit benutzt.

Beispiel: Wann waren Sie glücklich? – Als mein Sohn / meine Tochter zum ersten Mal „Schalke“ sagte. – Als ich einen Millionär heiratete. – Als ich meinem Chef die Meinung sagte.

So ist es falsch:

als ... Schaaalke als ... Millionär

Die Frage „Was ist Glück für Sie?“ (Präsens) kann man nur mit einem „wenn“-Satz beantworten (Glück ist, wenn ich nicht vom Fahrrad falle) oder mit einer prädikativen Konstruktion: Glück ist die Abwesenheit von Unglück. – Glück ist, Kinder (oder Katzen oder eine Hängematte oder was auch immer) zu haben.

Fazit: Die Plakate zur ARD-Themenwoche sind ein Unglück – Frage und Antworten passen einfach nicht zusammen.

Nachtrag am Abend:

als ... Mauer /caption]

Korrekturvorschlag: Glück ist, daß (NRS: dass) die Mauer fiel, als ich in Berlin war.

Nachttrag (= Nachtrag in der Nacht):

Die Leser, die dieses Blog schon länger verfolgen, erinnern sich vielleicht an die ARD-Woche 2012 zum Thema Tod. Ich finde es bemerkenswert, daß der Fehler auf dem Plakat vom letzten Jahr („Sie werden sterben. Laßt uns darüber reden“) mit der Übergriffigkeit des Fernsehens erklärt werden konnte, während es sich diesmal um einen rein grammatischen Fehler ohne weitere Bedeutung zu handeln scheint. Andererseits ist dieser Fehler so eklatant, daß man sich wundern würde, wenn er nicht von irgend jemandem bemerkt worden wäre. Wenn der Fehler so stehenbleibt, und das auch noch in mehreren Varianten, scheint also wiederum eine Absicht dahinterzustehen. Ob es sich lohnt, darüber weiter nachzudenken?

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