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Was ist Pyrotechnik?

Der Duden definiert Pyrotechnik als „Herstellung und Gebrauch von Feuerwerkskörpern; Feuerwerkerei“. Bei Wikipedia heißt es, Pyrotechnik weise auf eine „Technik in Verbindung mit – meist explosiv ablaufender – Verbrennung“ hin; sodann werden pyrotechnische Erzeugnisse, Gegenstände und Effekte unterschieden und erklärt. Das Sprengstoffgesetz (SprengG) spricht von pyrotechnischen Sätzen und Gegenständen.

Wenn man nach dem Wort googelt, stößt man allerdings fast ausschließlich auf Zusammenhänge, in denen nicht Pyrotechnik, sondern pyrotechnische Erzeugnisse bzw. Gegenstände gemeint sind: „Feuerwerk und Pyrotechnik im Onlineshop“, „Pyrotechnik für das ganze Jahr“, etc.

Es verwundert nicht, daß das griffige Wort auch im Fußballfan-Milieu meistens falsch verwendet wird. So gibt es eine „Kampagne für die Legalisierung von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien“, die sich kurz und untreffend „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ nennt. Ich zitiere vom Internetauftritt: „Grundsätzlich gesehen ist Pyrotechnik ist in unseren Augen ein traditionelles Stilmittel der Fankultur, dass für uns zum Fußball genauso dazugehört wie Fahnen, Doppelhalter und Freiräume, in denen wir uns ausleben können.“ Der Rest ist Schweigen …

Beim Testspiel zwischen Union Berlin und dem schwedischen Verein Djurgardens IF am letzten Samstag in Stockholm haben Fans sich leider so sehr ausgelebt, daß es zu schweren Krawallen kam und das Spiel abgebrochen werden mußte. In der Welt war danach zu lesen: „Nachdem die Berliner, die von 1000 überwiegend friedlichen Anhängern begleitet worden waren, den noch leeren Platz betreten hatten und in Richtung Mittellinie stürmten, flog Pyrotechnik aus dem schwedischen Block auf den Kunstrasen.“ Ein Inforadio-Sportreporter drückte sich noch prägnanter aus: „Beide Parteien haben sich mit Pyrotechnik beworfen.“

Merken auch die Journalisten nicht, daß man Technik nicht werfen und daß Technik nicht fliegen kann?

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