Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , ,

Die Wörter Sex und sexy sind im Deutschen so gang und gäbe, daß sie in Sätzen gar nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen werden, auch wenn es in dieser Sprache sonst keine Wörter gibt, die mit scharfem s beginnen. Obwohl der Duden neben der Aussprache mit scharfem tatsächlich auch die mit weichem s aufführt, kommt wohl nur eine Minderheit auf die Idee, „Sechs“ zu sagen, wenn Sex gemeint ist. Neben der Freude an der Lautmalerei liegt das sicher auch daran, daß man Verwechslungen mit der Zahl 6 vermeiden will. Der Gesprächspartner soll ja nicht etwa denken, man habe sechs Richtige im Lotto getippt.

Bei anderen Wörtern der Familie besteht aber keine Verwechslungsgefahr. Trotzdem hört man immer öfter im Radio, Ssexualität sei auch politisch, ein Fußballer sei homoßexuell, ein Kind sei ßexuell mißbraucht worden, etc. Wie kommen Nachrichtensprecher auf die Idee, hier ein scharfes s zu sprechen? Wissen sie es nicht besser, passiert ihnen das unbewußt, oder machen sie es extra, weil sie wissen: Sex sells?

Ich finde, die Nachrichten bekommen durch diese Aussprache etwas Genießerisches, Sensationsheischendes, ja Unanständiges und je nach Kontext auch Voyeuristisches. Dem Nachrichtenwert ist das abträglich.

Nachtrag am 20. März: Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, hat heute seinen Jahresbericht vorgelegt. Im Inforadio hat Carsten Manz wie folgt darüber berichtet: „… Außerdem kritisierte Königshaus frauenfeindliche Tendenzen und ßexuelle Übergriffe auf Soldatinnen.“ Wie Herr Königshaus selbst das Wort ausgesprochen hat, weiß ich nicht. Im Jahresbericht steht es jedenfalls richtig,

Advertisements