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Das Schöne am Fußball ist, daß man sein geopolitisches Wissen ständig erweitern kann.

Nehmen wir die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Fußball-EM 2016 in Frankreich: Deutschland, Irland, Polen, Schottland und Georgien werden es in Gruppe D mit dem UEFA-Neuling Gibraltar zu tun bekommen.

Gibraltar ist ein 6,5 Quadratkilometer großes Gebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel, das aber nicht zu Spanien gehört, sondern seit 1704 unter der Souveränität des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland steht und derzeit knapp 29.000 Einwohner zählt. Am 24. Mai 2013 wurde die gibraltarische [wieder ein Wort gelernt!] Fußballnationalmannschaft als 54. vollwertiges Mitglied in die UEFA aufgenommen. Sie wird jetzt erstmals an Qualifikationsspielen zu einer Europameisterschaft teilnehmen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete: „Nur acht der 22 Spieler verdienen ihr Geld mit Fußball, unter anderem in den niedrigen Ligen Englands. Der Rest arbeitet bei der Feuerwehr, der Polizei oder der Stadtverwaltung von Gibraltar und kickt nebenbei für einen der zwanzig Fußballvereine des Überseegebiets. Am höchsten spielt derzeit Scott Wiseman. Der 28-jährige Innenverteidiger steht bei Preston North End in der dritten englischen Liga unter Vertrag.“

Allen Bula, der Trainer von Gibraltar, war vom Ergebnis der Auslosung nicht begeistert: „Das ist natürlich eine harte Gruppe für uns“, kommentierte er. Ja – wollen sie nun, oder wollen sie nicht? Welche Gruppe wäre für Gibraltar denn nicht hart?

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