Schlagwörter

, , , , ,

Misereor, das Hilfswerk der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, unterstützt Projekte in Asien, Afrika, Ozeanien und Lateinamerika mit dem Ziel, gemeinsam mit einheimischen Partnern den Ärmsten dort zu helfen. Die jährliche Fastenaktion soll den römisch-katholischen Pfarrgemeinden die Lebenswelt der Menschen nahebringen, die unter Armut und Ungerechtigkeit leiden.

2014 steht die Fastenaktion unter dem Motto: „Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen.“ Auf früheren Plakaten steht: „Mut ist, Verbrechen zu beweisen, die angeblich nie passiert sind.“ – „Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist.“ – „Mut ist, Waffen mit Worten zu bekämpfen.“ etc.

Das Prinzip ist immer dasselbe: Mut ist + erweiterter Infinitiv. Nun ist Mut aber eine Charaktereigenschaft. Und das paßt grammatisch nicht. Das wird klar, wenn man die Sätze umkehrt. Kein Mensch käme auf die Idee, zu sagen: „Zu geben, wenn alle nehmen, ist Mut.“ oder „Verbrechen zu beweisen, die angeblich nie passiert sind, ist Mut.“ Statt dessen würde man sagen: „Zu geben, wenn alle nehmen, ist mutig.“ oder „“Verbrechen zu beweisen, die angeblich nie passiert sind, zeugt von Mut.“

Wahrscheinlich wollte man auf die Griffigkeit der Formulierung nicht verzichten und hat dafür die falsche Grammatik in Kauf genommen. Oder der Fehler ist nicht aufgefallen …

Advertisements