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Leider ist das meiste, was Reporter und Journalisten anläßlich einer WM von sich geben, weder tiefsinnig noch überhaupt intelligent oder wenigstens hörenswert. Am schlimmsten ist es, wenn das Fernsehen sich selbst feiert. Eben wieder geschehen, in der ARD. Der Moderator (ich weiß nicht, wer es ist, aber den Namen muß man sich auch nicht merken) spricht vom Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal und erwähnt den nächsten Gruppengegner, Ghana. Dann der Satz: „Die spielen gleich bei uns live im Ersten“. So ein Quatsch! Die spielen nicht im Fernsehen, sondern im Stadion in Natal, in Brasilien. Die ARD überträgt das Spiel in Echtzeit, aber das Spiel würde auch ohne die ARD stattfinden. Der Moderator dreht die Logik um. Die Logik ist: Das Spiel findet sowieso statt, und das Fernsehen ermöglicht es all jenen, die aus den verschiedensten Gründen nicht im Stadion sein können, das Spiel am Bildschirm mitzuverfolgen. Das Fernsehen steht hier im Dienst einer Sache. Die Logik des Moderators ist aber: Die Jungs spielen im Fernsehen, sie sind gewissermaßen im Fernsehen zu Gast, nutzen unser Medium, um sich zu produzieren. Als ob nicht das Fernsehen den Fußball bräuchte, sondern der Fußball das Fernsehen.

Ich verweise gerne einmal mehr auf Ulrich Oevermanns Analyse der Fernsehkommunikation: https://textundsinn.wordpress.com/2014/01/17/wir-alle/

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