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Vorgestern wurde in Oswiecim/Auschwitz an die gewaltsame Auflösung des sogenannten Zigeunerlagers in Auschwitz-Birkenau im August 1944 und zugleich an den Völkermord an Sinti und Roma erinnert. Der Radiosprecher sagte allerdings „Romma“, mit offenem o. Er ist nicht der einzige, der das Wort so ausspricht, und weil mir das jetzt zum wiederholten Male aufgefallen ist, habe ich nachgeschlagen.

Im Duden steht die Lautschrift [ˈroːma], mit geschlossenem o. Beim Singular (Rom) steht allerdings: Lautschrift: [rɔm], auch: [roːm].

Bei Wiktionary steht keine Lautschrift, aber als Reimwort wird „Oma“ [-oːma] genannt.

Der Ausspracheführer Forvo („All the worlds in the world. Pronounced.”) hat – bisher – nur die Version mit geschlossenem o.

Wie die Roma selbst das Wort aussprechen, weiß ich nicht.

Auf der Internetpräsenz des Mediendienstes Integration (ein Projekt des „Rats für Migration e. V.“, einem bundesweiten Zusammenschluß von Migrationsforschern, der sich für eine differenzierte Debatte über Migration und Integration einsetzt und sich als Recherche-Plattform für Medienschaffende versteht), ist in einem Artikel über Roma in Berlin zu lesen: “Christoph Leucht, Mitarbeiter im ROMED [Mediation for Roma]-Programm für den Europarat, beantwortete Fragen aus dem Redaktionsalltag: Wie zum Beispiel die nach der richtigen Aussprache des Begriffs „Roma“. Muss das „o“ lang oder kurz gesprochen werden? Laut Fachmann geht beides.”

Solange das Wort mit nur einem m geschrieben wird, bin ich für die Aussprache mit geschlossenem o, weil sie mit den herkömmlichen Ausspracheregeln übereinstimmt. Ausgenommen sind natürlich die Sprecher zwischen Niederrhein und Weser und um den Main herum, bei denen sich Romma auf Omma reimt (“Schakkeline, tu die Omma ma winken!”).

Ansonsten gilt: Wer „Romma“ sagt, will vielleicht nur den Eindruck von Auf-der-Höhe-der-Zeit-Sein und Toleranz erwecken. Meines Erachtens ist dies keine gute Alternative.

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