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Herbal Essences – Kräuterauszüge! Das klingt gut. So natürlich. Fast wie Bio.

Seit kurzem ist ein Pärchen (Shampoo + Spülung) auf dem Markt, das in seltsamer Schreibung, aber sehr vielversprechend CLeaRLY naKeD heißt. „0 %“ steht noch da, ganz groß – und ganz klein darunter: „Silikone, Parabene, Farbstoffe“ (Shampoo) bzw. „Parabene, Farbstoffe“ (Spülung).

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Da fragt man sich: Warum wirbt man beim Shampoo damit, daß keine Silikone darin enthalten sind, und bei der Spülung nicht? Die naheliegende Vermutung, daß sie in der Spülung drin sind, bestätigt sich, auch wenn der Name (Propylene Glycol) dem Laien nicht verrät, daß es sich um Silikon handelt. Folgefrage: Wenn Silikone im Shampoo schlecht sind, können sie in der Spülung gut sein?

Und was ist mit den Kräuterauszügen?

Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe (die Entzifferung gelingt mit einer starken Lupe) zeigt:

„Aqua – Sodium Laureth Sulfate – Sodium Lauryl Sulfate – Sodium Chloride – Parfum – Sodium Citrate – Sodium Xylenesulfonate – Cocomidopropyl Betaine – Sodium Benzoate – Citric Acid – Hydoxypropyl Methylcellulose – Tetrasodium EDTA – Linalool – Propylene Glycol – Hydroxycitronellal – Mentha Piperita Oil – Menthol – Mentha Arvensis Leaf Oil – Magnesium Nitrate – Camellia Sinensis Leaf Extract – Methylchloroisothiazolinone – Magnesium Chloride – Methylisotiazolinone“ (Shampoo)

„Aqua – Stearyl Alcohol – Cetyl Alcohol – Stearamidopropyl Dimethylamine – Parfum – Benzyl Alcohol – Dicetyldymonium Chloride – Glutamic Acid – Bis-Aminopropyl Dimethicone – Propylene Glycol – Disodium EDTA – Linalool – Citric Acid – Hydroxycitronellal – Mentha Piperita Oil – Menthol – Mentha Arvensis Leaf Oil – Magnesium Nitrate – Camellia Sinensis Leaf Extract – Methylchloroisothiazolinone – Magnesium Chloride – Methylisotiazolinone“ (Spülung)

Pfefferminzöl, Feldminzöl und Grüntee-Extrakt. Der Rest ist nicht nackt, sondern schärfste Chemie.

Wenn man die Namen googelt, stößt man auf Formulierungen wie „allergieauslösend und hautreizend“, „industrieller Fettlöser und Reiniger für Garagenböden“, „scharfes Reinigungs- und Netzmittel, das in Garagenbodenreinigern, Maschinenentfettern und Produkten zur Autowäsche vorkommt“, „einer der Hauptbestandteile des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange, das während des Vietnamkrieges eingesetzt wurde“, „gilt als häufiges Hautallergen, wird schnell von Augen, Gehirn, Herz und Leber absorbiert und dort angelagert, was zu Langzeitschäden führen kann“, „eine Substanz, die den Hormonhaushalt stört; zudem steht sie im Verdacht, Auslöser zahlreicher Krebserkrankungen zu sein“, etc.

Da ist man nicht in einer Kräuterhexenküche, sondern doch eher in Teufels Küche gelandet. Ab in den Müll!

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