Schlagwörter

, , , , , , , ,

Hähncher

Man könnte vermuten, daß der Texter aus dem Rhein- oder Moselland stammt. Allerdings wird der Plural von Hähnchen nicht Hähncher, sondern – wie man’s spricht: – Hähncha geschrieben:

„Am selwe Owend – wie de Dieda von da Awed hemm kaam, saat die Ilse: ‚Dou, ejsch muß da watt saan. Ent von uusere Hähncha hat e Magge, doh mußt ejsch dem de Moje, de Kopp abhacke.‘ De Dieda kunnts nid glawe – hotts nid kapeert, ‚Ej gisda warense noch all fitt unn unfaseert!'“

Der Verschreiber gibt einmal mehr Anlaß, über die seltsamen Regeln der Wortbildung im Deutschen nachzudenken. Es interessiert das Tier als 1. Wortbestandteil:

Putenbrust
Hühnersuppe
Rinderbraten
– Plural (Nominativ oder Genitiv)

Hirschgulasch
Rehrücken
Lammkeule
– Singular (Nominativ)

Kalbsfrikassee
Schweinshaxe
Schafskopf
– Singular (Genitiv, oder ist das ein Nominativ mit Fugen-s?)

Hähnchenbrust
Jägerschnitzel
– Singular (Nominativ) oder Plural (Nominativ oder Genitiv)

Advertisements