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„um zu“-Konstruktionen funktionieren nur, wenn das Subjekt im Hauptsatz mit dem des Nebensatzes identisch ist.

Richtig:
Ich fahre in die Berge, um zu wandern. (ich werde wandern)
Er ist gekommen, um zu bleiben. (er bleibt)

Ganz falsch sind „um zu“-Konstruktionen, wenn der Nebensatz im Passiv steht:
Die Kuh steht auf der Weide, um gemolken zu werden. (die Kuh melkt sich nicht selbst)

Höchst umstritten sind Konstruktionen mit Passiv im Hauptsatz:
Die Kuh wird gemolken, um Butter zu machen.

Man könnte argumentieren, daß es in beiden Satzteilen ein und dieselbe Bäuerin ist, daß also das Agens des Passivsatzes mit dem Agens des „um zu“-Satzes identisch ist. Das ist aber nicht immer der Fall, und grammatisch und stilistisch ist es unsauber.

Auch den Satz mit dem Schweinemäster (Quelle: Reformhaus-Kurier, März 2015) würde ich umformulieren:

um zu

Korrekturvorschlag: „Sie wollen den Schweinemäster entführen, um auf die Mißstände in seinem Betrieb hinzuweisen.“

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