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Die Katzen gefallen und bringen Publikum, aber wir betreiben ja ein Sprachblog und kehren nach den Feiertagen nun wieder zu den mehr oder weniger kuriosen Sprachphänomenen des Alltags zurück.

Hier ein Ausschnitt aus dem Leben von Kindergartenkindern und Grundschülerinnen und -schülern im burgundischen Städtchen Autun:

piedibus

Wie das Bild suggeriert, kommt hier kein fahrender Schulbus vorbei, sondern die Kinder gehen, begleitet von einem Erwachsenen, zu Fuß in einer von Station zu Station immer größer werdenden Gruppe zur Schule.

Wenn man nun nach „piedibus“ in Verbindung mit Autun googelt, findet man nur Texte, in denen von einem pédibus (ohne i) die Rede ist. Das ist insofern interessant, als piedibus etymologisch eindeutig auf das französische à pied (zu Fuß) verweist, das seinerseits wiederum vom lateinischen pes, pedis (der Fuß) abgeleitet wird (siehe: die Pedale beim Rad), während pédibus nicht nur an pédestre (Fuß-, Fußgänger), sondern auch an pédagogie (Pädagogik) denken läßt, das allerdings aus dem Griechischen kommt, wo παῖς/pais „Kind“ bedeutet. Der Pädiater (frz. pédiatre) ist kein Fuß-, sondern ein Kinderarzt.

So vermag also der pédibus, was dem piedibus zumindest sprachlich nicht gelingt: die Kinder und das Zu-Fuß-Gehen im laufenden Schulbus zu vereinen.

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