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St. Germaine

Immer wenn ich an dieser exklusiven Damen-Boutique neben dem Waldorf Astoria im sog. Zoofenster vorbeikomme, schrillen meine Sprach-Alarmglocken. Vermutlich ist der Firmengründer ein großer Liebhaber von Paris, insbesondere vom Quartier Saint-Germain-des-Prés. Die französische Sprache dagegen ist nicht sein Ding. Sonst hätte er bei der Wahl des Firmennamens beachtet, daß das Wort „Saint“ (abgekürzt: St.) im Französischen nur bei männlichen Heiligen benutzt wird, während man den weiblichen ein „Sainte“ (abgekürzt: Ste.) voranstellt.

St. Germaine wäre intersexuell, ein Hermaphrodit, und diese(n) Heilige(n) kann es daher weder grammatisch noch sinnlogisch geben. Die wirkliche Ste. Germaine (dt.: die heilige Germana) war übrigens alles andere als ein Glamour-Girl oder eine Dame von Welt; sie lebte am Ende des 16. Jahrhunderts in Südfrankreich als Schafhirtin.

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