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Freunde aus der Oberpfalz haben kürzlich geschrieben, daß sie, durch mein Blog motiviert, etwas kritischer hinsichtlich Sprache durch die Welt laufen als zuvor. Das freut mich, vielen Dank!

Dieselben Freunde waren jetzt in Ostfriesland unterwegs und haben mir diese beiden Photos vom Ditzumer Fährhafen geschickt:

Behindertentoilette 1

Bis dahin ist es (vom fehlenden Punkt abgesehen) nur ein Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler. Denn wer bekommt den Schlüssel? Es sind doch die Behinderten selbst oder deren Begleiter, die den Anschlag lesen, d. h. also die direkt Angesprochenen („Sie“) und nicht irgendwelche unbekannte Dritte („sie“). [„nur“ habe ich absichtlich kursiv geschrieben. Denn wenn man diesen Fehler („sie“ statt „Sie“) ernst nimmt und seine Motivation zu verstehen versucht, bleibt einem tatsächlich nichts anders übrig als festzustellen, daß die Behinderten nicht angesprochen – und damit ignoriert – werden. Die demonstrierte Behindertenfreundlichkeit ist in Wahrheit eine Behindertenleugnung bzw. -feindlichkeit.]

Es wundert dann auch nicht, daß man nach oben ins Verkehrsbüro nicht etwa per Rampe oder im Aufzug, sondern nur über diese Treppe gelangt:

Behindertentoilette 2

Der Rollstuhlfahrer, der es bis dorthin schafft, kann gleich oben bleiben und die Toilette für Nicht-Rollstuhlfahrer benutzen.

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