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Ich bin kein großer Freund – und auch keine Freundin – der sog. geschlechtergerechten Schreibweise. Werden beide Genera ausgeschrieben („Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger“), werden Texte schnell unnötig lang, umständlich und nervig zu lesen, bei Verwendung der Binnenmajuskel („StudentInnen“) werden die weiblichen Studierenden zwar sichtbar, die männlichen beim Vorlesen aber unhörbar. Sätze wie „Jede_r Koch_Köchin, die_der vergißt, ihre_seine Mütze auf ihren_seinen Kopf zu setzen, …“ sind in jeder Hinsicht eine Zumutung.

So wie eben im Inforadio geht es aber auch nicht. Dort wurde über ein Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes (WPD) des Berliner Abgeordnetenhauses berichtet, das Stellung bezog zu der Frage, ob das im Berliner Neutralitätsgesetz festgeschriebene Kopftuchverbot für Lehrerinnen an Schulen noch verfassungskonform sei, nachdem das Bundesverfassungsgericht Anfang des Jahres entschieden hatte, ein pauschales Kopftuchverbot an Schulen sei unzulässig. Die Parlamentsjuristen (darunter einige Juristinnen) erklärten denn auch, das Neutralitätsgesetz sei nicht verfassungskonform und müsse ergänzt werden. Im sonstigen öffentlichen Dienst ändere sich aber nichts – „so könne es beim Kopftuchverbot für Richter und Polizisten bleiben“.

Ob das der Wortlauf des Gutachtens oder auf dem Misthaufen des Reporters gewachsen ist, bleibt festzustellen.

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