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Man kann über die Welt viel sagen: sie sei bunt, dumm, groß, kaputt, rund, schön, schlecht, ungerecht, verrückt.

Aber unfertig?

Wie kann etwas, das seit mindestens 4,6 Milliarden Jahren ist und dabei, obwohl ständig im Wandel, immer eine Totalität ist, unfertig sein?

Als ob die Welt jemals fertig sein könnte wie ein gekochtes Essen, ein gestrickter Pullover, ein geschriebenes Buch, ein gebautes Haus.

Und wäre es nicht vollkommen unsinnig, wenn die Welt mit zunehmendem Alter immer unfertiger würde?

Das Handwerk („die Wirtschaftsmacht von nebenan“, s. a. hier) ist dieser Meinung. Zum Tag des Handwerks am 19. September hieß es auf allen Plakaten: „Die Welt war noch nie so unfertig“.

unfertig 1

Während man das Bearbeiten von Metallen und Steinen noch mit einigem Recht als Veredlung (wenn auch nicht unbedingt der Welt) bezeichnen kann, ist die Werbung für den Metzgerberuf total daneben:

unfertig 2

Als wäre ein totes Rind saftiger als ein lebendiges.
Und als wäre eine solchermaßen „saftigere“ Welt (d. h. eine Welt, in der Menschen saftige Steaks essen) „fertiger“ als eine Welt, in der die Rindviecher nicht geschlachtet werden.

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