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Ich liebe die französische Sprache, nicht zuletzt wegen der unzähligen Wortspiele, die zum großen Teil daher rühren, daß Gleichlautendes ganz verschieden geschrieben werden und eine ganz verschiedene Bedeutung haben kann. Der Effekt wird verstärkt, wenn eine Liaison hinzukommt, d. h., wenn zwei Wörter aufeinanderfolgen, deren erstes auf einen Konsonanten endet, der mit dem Anfangsvokal des zweiten Wortes verbunden wird, so daß beide Wörter eine phonetische Einheit bilden. So klingen lézard (Eidechse) und les arts (die Künste) gleich, nämlich ungefähr so.

Manchmal verstehe ich gar nicht, was gemeint ist. So habe ich neulich, als mein Gesprächspartner etwas sagte, das wie „desoroo“ klang, zweimal nachfragen müssen, bis ich begriffen habe, daß es um mündliche Prüfungen ging: „des oraux“ = Plural von „un [examen] oral“.

Meine Phantasie hat die Konsonantenfolge d-s-r daraufhin weitergesponnen; die Betonung liegt im Französischen jeweils auf der letzten Silbe:

desoroo – des oraux – die mündlichen [Prüfungen]
desiröö – désireux – gewillt
desiree – Désirée
desöröö – des heureux – Glückliche
dösöröö – deux heureux – zwei Glückliche
dösöroo – deux euros – zwei Euro
disöroo – dix euros – zehn Euro
desöroo – des euros – Euros
deseroo – des zéros – Nullen
döseroo – deux zéros – zwei Nullen
diseroo – dix zéros – zehn Nullen

Das Schöne ist: Egal, welche Vokale man nimmt – es kommt immer irgendein Sinn dabei heraus.

Glücklich, wer bei diesem desarua (désarroi – Verwirrung) einen kühlen Kopf behält und nicht etwa glaubt, deseroo seien Helden und döseroo entsprechend zwei Helden. Nein, Helden sind de eroo, zwei Helden dö eroo, ohne s. Schuld daran ist das behauchte h, das h aspiré, aber das ist eine andere Geschichte

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