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In letzter Zeit denke ich oft an Vilmoskörtes Kommentar zu meinem Blogeintrag zur n-Deklination.

So stand im Newsletter von kino-zeit.de heute in einem Beitrag zum Film Ich und Earl und das Mädchen (Me and Earl and the Dying Girl) u. a. dieser Satz aus der Festivalkritik Locarno 2015: „Greg Gaines (Thomas Mann, nicht verwandt mit dem Autoren) ist ein schlaksiger Teenager im besten Alter für Misanthropie.“

Noch viel schlimmer berührt der Fehler, wenn er einem Profi der deutschen Sprache – dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – unterläuft. Aber es steht tatsächlich schwarz auf weiß in den Meldungen zum Friedenspreis 2015 für Navid Kermani: „Seine wissenschaftlichen Arbeiten, in denen er Fragen der Mystik, der Ästhetik und der Theodizee insbesondere im Raum des Islam nachgeht, weisen Navid Kermani als Autoren aus, der mit großer Sachkenntnis in die theologischen und gesellschaftlichen Diskurse einzugreifen vermag.“

Merke: Das Wort „Autoren“ gibt es, und zwar im Nominativ, im Genitiv, im Dativ und im Akkusativ – aber nie im Singular, sondern immer nur im Plural.

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