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Auf den Plakaten zum Bach-Marathon hat der Trend zur Getrenntschreibung nur das Attribut auseinandergehauen: aus einem mitreißenden wurde ein mit reißender Bach. Daß es den Namen des Komponisten nicht traf, mag daran gelegen haben, daß man ihn sowieso nicht trennen kann.

Jetzt wird auf eine Ausstellung in der Kulturstiftung (!) Schloß Britz aufmerksam gemacht, die Werke eines Künstlers zeigt, von dem man annehmen muß, daß er mit Vornamen Rem heißt. Die Ausstellung ist aber nicht dem Schaffen des zeitgenössischen Architekten Rem Koolhaas gewidmet, sondern dem altehrwürdigen Rembrandt Harmenszoon van Rijn:

Rembrandt

Mußte man die Schrift unbedingt so anordnen? Und hätte ein Bindestrich nicht auch noch Platz gehabt?

Aus irgendeinem Grund war die Kulturstiftung sich auch zu schade, die Technik beim Namen zu nennen und das Wort Radierungen zu benutzen. Modern muß es klingen, also muß etwas Englisches her. Und weil die wenigsten Berliner mit dem Wort etchings vertraut sein dürften, weil dieses Wort auch eher noch altbackener klingt als Radierungen, steht nun – obendrein mit falsch verwendetem kaufmännischen Und und daher höchst originell – in black & white auf den Plakaten.

Wenn es nicht Rembrandts Radierungen zu sehen gäbe (die dem um sie herum veranstalteten Elend gewiß trotzen), würde ich die Ausstellung boykottieren.

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