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Mit seiner jüngsten Kreation, dem „Luther Kuchen“ (Eigenschreibung), „würdigt“ der Backmischungsproduzent Kathi Rainer Thiele GmbH aus Halle an der Saale einen „bedeutenden Sohn des Landes Sachsen-Anhalt“, wie es in der Mitteldeutschen Zeitung hieß. Laut Geschäftsführer Marco Thiele „soll damit zum einen auf das Reformationsjubiläum 2017 aufmerksam gemacht und zum anderen der ‚Genussmensch Luther‘ hervorgehoben werden“.

lutherkuchen

Daß ein Lebensmittelfabrikant Luther als Genußmenschen hervorhebt, finde ich unproblematisch. Aber welcher Teufel hat ihn geritten, daß er meint, auf das Reformationsjubiläum aufmerksam machen zu sollen? Wieso wird ein Unternehmer missionarisch tätig? Wieso darf er sein Produkt „im Rahmen des Kreiskirchentages“ vorstellen? Und wieso bekommt er die Lizenz, sein Produkt mit der Wort-Bild-Marke „Luther2017“ zu schmücken? Es ist wirklich unfaßbar.

NB: Damit der Kuchen auch äußerlich an den Reformator erinnert, enthält die Packung neben der Backmischung auch eine Luther-Schablone. Man soll sie auf die getrocknete Glasur legen, den Puderzucker aufstreuen und die Schablone dann vorsichtig entfernen. In der Mitteldeutschen Zeitung sieht man ein Bild der Frau des Geschäftsführers mit Luther-Kuchen.

Kathi und Luther006

Ich kann eigentlich nichts erkennen, aber was ich sehe, erinnert mich weniger an Luther als an Alf …

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