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Bei Spiegel online eben folgendes gelesen:

„Nach Lammerts Rede las der Schauspieler Sebastian Urbanski vom Berliner Rambazamba-Theater den Brief eines Opfers der Nationalsozialisten vor. In seinem Brief aus dem Jahr 1943 beschreibt Ernst Putzki die Zustände in der hessischen Landesheilanstalt Weilmünster: „Die Menschen magern hier zum Skelett ab und sterben wie die Fliegen. Die Menschen werden zu Tieren und essen alles, was man eben von anderen kriegen kann. Der Hungertod sitzt uns allen im Nacken, keiner weiß, wer der Nächste ist.“ Putzki wurde 1945 von den Nazis ermordet. Urbanski, der das Down-Syndrom hat, spielt beim Berliner Rambazamba-Theater. Auch Menschen mit dieser Genmutation waren von den Nationalsozialisten als „lebensunwert“ eingestuft worden.“

Gestern gab es zu Urbanski einen Hintergrundbericht in der Berliner Zeitung, in dem stand: „Angesichts des zunehmenden Rechtspopulismus und Nationalismus müssten alle Demokraten dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung nicht ausgegrenzt werden, sagt Ulla Schmidt. „Das Lebensrecht behinderter Menschen darf nie wieder in Frage gestellt werden. Sie gehörten in die Mitte der Gesellschaft. Oder, wie sie es auch formuliert: „Es gibt ein Menschenrecht auf Teilhabe.“ Von den Nationalsozialisten wurden Behinderte als „Volksschädlinge“ und „lebensunwert“ aussortiert. „Aber das Leben hat viele Facetten und jedes Leben ist lebenswert“, betont Ulla Schmidt. „Wir haben tolle Schauspieler, Musiker oder Menschen in sozialen Berufen mit Down-Syndrom, manches geht vielleicht ein bisschen langsamer, aber da ist sehr viel Potenzial.“ Sebastian Urbanski ist ein gutes Beispiel dafür. Als er 1986 in Pankow eingeschult wurde, galten Kinder wie er in der DDR als „bildungsunfähig“. Doch seine Eltern hatten ihm einen Schulplatz erstritten. Heute steht er für RambaZamba auf der Bühne, war im ARD-Film „So wie du bist“ und anderen Filmproduktionen zu sehen, war Synchronsprecher für den Hauptdarsteller Pablo Pineda im Kino-Film „Me too – wer will schon normal sein?“ und geht mit seiner Biografie „Am liebsten bin ich Hamlet“ regelmäßig auf Lesereise. Im Theater und in der Familie hat sich Urbanski intensiv mit den Schrecken der NS-Zeit beschäftigt. Natürlich würden Behinderte heute nicht mehr ermordet, sagt er. „Aber dafür werden sie kaum noch geboren.““

Ein Satz, der zu denken gibt.

 

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