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Seit George W. Bush die Tradition 1989 eingeführt hat, werden die beiden Truthähne, die der US-Präsident zu Thanksgiving geschenkt bekommt, begnadigt. Donald Trump folgt dieser Tradition. (Was der Präsident statt dessen ißt, wird nicht berichtet. Bratkartoffeln? Ratatouille? Tofuburger? Seitanschnitzel?) Jedenfalls ließ er die beiden Vögel vorläufig in einer Luxussuite im Willard Intercontinental Hotel unterbringen; später kommen sie nach Gobbler’s Rest, eine Truthahn-Pflegestation der Virginia-Tech-Universität.

Seriösen Quellen zufolge werden in den USA allein an Thanksgiving rund 46 Millionen Truthähne verspeist. Das entspricht der Einwohnerzahl von Argentinien oder Kenia. Wie es den meisten dieser Tiere in ihrem kurzen Leben geht, kann man auf der Seite von PETA nachsehen.

Zwei von ihnen wurden nun also begnadigt. Warum eigentlich begnadigt? Gewiß, sie waren zum Tode verurteilt und dürfen jetzt leben, aber hat der Präsident Gnade vor Recht walten lassen? Die Formulierung suggeriert, daß der Tod dieser Tiere die gerechte Bestrafung für ein begangenes Verbrechen gewesen wäre, der sie durch die Gnade des Präsidenten entgehen. Welches Verbrechens haben die Truthähne sich schuldig gemacht?

 

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