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In einem Monat ist es so weit: Am Internationalen Frauentag wird Garth Greenwell in der Berliner Autorenbuchhandlung aus seinem wunderbaren Buch What Belongs to You lesen, Samuel Finzi wird aus der deutschen Übersetzung von Daniel Schreiber lesen, und ich werde dabeisein und zuhören. Ich habe schon eine Eintrittskarte:

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Das Besondere an diesem Buch ist seine überwältigende Humanität. Es öffnet den Blick für das, was Menschen angetan wird, die in dem Land, in dem sie leben und von den Personen, die sie lieben, nicht akzeptiert werden, es zeigt, wie ihr Leben durch diese Ablehnung für immer verwundet, ja zerstört werden kann, weil sie sich wertlos und unwürdig fühlen, wie sie sich für sich selbst schämen und sich daher auch nicht an andere verschenken können. Es ist so leicht, andere zu verletzen, und wer denkt schon an die Folgen?

Leider unterschlägt der deutsche Titel die Trennung, die im Originaltitel vorweggenommen wird: „What belongs to you“ fragt man, wenn man sich trennt, wenn eine Gemeinschaft aufgelöst und das Eigentum aufgeteilt wird. Das betrifft zunächst die materiellen Dinge, ist aber auch eine Metapher für die jeweilige Sicht auf das gemeinsam Erlebte. Und schließlich bedeutet es auch, daß man den anderen bei einer Trennung sich selbst und seinem Schicksal überläßt, daß man aufhört, sich um ihn zu kümmern, daß man ihn aufgibt, weil er nicht mehr zu einem gehört.

Das sind ganz universelle Geschichten, die überall und jederzeit passieren. Spannend und schön ist, daß die großen Themen der Literatur – Liebe und Tod – hier vollgültig an einer schwulen Beziehung aufgezeigt werden.

 

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