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Wenn ich mir shame on me die Haare mit der Intensiv-Coloration von Garnier Nutrisse färbe, stehe ich am Ende immer ratlos vor dem warnend rot gedruckten Satz „Die Reste sind nicht mehr verwendbar und müssen umgehend vernichtet werden“.

Wie soll ich die Reste denn vernichten? Briefe und Akten kann man vernichten, indem man sie durch Schreddern unlesbar macht oder durch Verbrennen ganz beseitigt. Eine durch Unwetter vernichtete Ernte ist keine Ernte mehr. Ungeziefer und Schädlinge zu vernichten, bedeutet, sie zu töten, und beim Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln sterben die als Unkraut bezeichneten Pflanzen.

Vernichten – darin steckt das Wort nicht: Was vernichtet ist, ist nicht mehr, ist zunichte geworden, zu nichts geworden. Im lateinischen annihilare steckt nihil (nichts), das französische anéantir ist abgeleitet von néant (das Nichts). Andere Sprachen zeigen vergleichbare Wortbildungen.

Aber der Rest meiner Koloration löst sich mitnichten in nichts auf; er existiert weiter, egal, ob ich ihn ins Waschbecken, ins Klo, vom Balkon oder in den Restmüll kippe. Ihn aufzuessen ist auch keine Option.

Interessant auch die Wahl des Namens Nutrisse. nutri(e) heißt nämlich ernährt. Wenn die Reste dessen, was mein Haar angeblich ernährt, unverzüglich vernichtet werden müssen, können sie so gesund nicht sein, sind eher giftig. Vielleicht sollte ich doch zu Henna wechseln …

 

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