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Ich wurde von verschiedenen Seiten ermuntert, das Blog doch wiederzubeleben. Da ich von meinem Handy derzeit keine Bilder versenden kann, muß ich mich auf reine Texte beschränken und darauf hoffen, daß Freundinnen und Freunde mir ihre Fundstücke per Mail senden. Mal sehen, ob das klappt. Diesmal geht es sowieso ohne Bild.

Mein Sohn hat gerade eine Famulatur in der Notaufnahme der Uniklinik München begonnen. Wir haben telefoniert, und er sagte, die Famulant:innen würden keine Triage (im Sinne einer modernen, evidenzbasierten Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit) machen, sondern erst danach mit den Patient:innen sprechen. Ich kannte triage bisher nur als französisches Wort und habe mich gewundert, daß es in einer deutschsprachigen Notaufnahme verwendet wird, in der doch sonst inzwischen so vieles wenn nicht deutsch, dann englisch ist (Stroke Unit, um nur ein Beispiel zu nennen). Mein Sohn hat sich auch gewundert und meinte, es sei vielleicht auch ein englisches Wort.

Ich habe dann nachgeschlagen und herausgefunden, daß das Wort Triage nicht nur im Deutschen, sondern auch im Englischen eigentlich nur im medizinischen Bereich verwendet wird, nämlich in obigem Sinne.

Was sagt uns das? Warum hat ausgerechnet dieses französische Wort es sowohl in die anglo- als auch in die germanophone Medizin geschafft? Weil es so kurz und knapp ist? Oder wollten englische, amerikanische und deutsche Ärztinnen und Ärzte damit angeben, daß sie – zumindest ein bißchen – französisch sprechen?

Immerhin stimmt hier noch die Wortbestimmung; triage / Triage ist ein Substantiv. Mir fiel ein anderes französisches Wort ein, dem ich in Kochrezepten oft begegne (für die Küche ist Frankreich ja bekannter als für seine Medizin): sauté, mit accent aigu am Ende. Im Französischen ist das Partizip Perfekt, aber das Wort geht im Englischen auch und vor allem als Verb im Infinitiv durch. Da stehen dann Sätze wie „sauté the mushrooms in olive oil“, was mich immer total irritiert. Da rebelliert mein Sprachgefühl.