Preissturz

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Heute mittag landete eine Mail von Easyjet in meinem Postfach, mit dem Betreff: „Dorothea, Preissturz auf Tausende von Sitzplätzen – heute buchen“. In der Mail selbst stand: „Preissturz auf Tausende Sitzplätze“ und daneben: „Um bis zu 30% günstigere Preise“ (nachzulesen auch hier).

Abgesehen davon, daß nicht die Preise günstig (billig, preiswert) sein können, sondern die Flüge bzw. Flugtickets, befindet sich auch die Grammatik im freien Fall – anders als die englische Formulierung „price drop on thousands of selected seats“ kann die mißlungene deutsche Übersetzung nur so verstanden werden, als daß sich die Preise auf Sitzplätze stürzen. Die unpassende Präposition erzeugt ein lächerliches Bild, das sicher nicht beabsichtigt war.

 

voll im Trend?

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Mit dem Double-Down-Pseudo-Sandwich, bestehend aus 2 gegrillten oder frittierten Hähnchenbrustfilets, Speck, Schmelzkäse und Sauce, gibt KFC sich als Trendsetter: „Isst Du auch schon double down?“

vollvoll

Als ob es voll cool wäre, nur Fleisch und kein Brot zu essen.

Besonders ärgerlich ist, daß der Inhaber der Marke, Yum, unter dem Stichwort „Our Environment“ behauptet, die Profitmaximierung ginge Hand in Hand mit einer Reduktion des ökologischen Fußabdrucks:

„Environmental stewardship is at the heart of how we do business. With nearly 43,000 restaurants and our rapid growth around the globe, we acknowledge our role to be environmentally responsible corporate stewards. We are committed to reducing our environmental footprint for the benefit of our customers, stakeholders and planet, as we feed the world. We believe we can continue to maximize our profit growth and increase our shareholder value, while reducing our environmental impact and serving the food our customers love.“

Dabei hat sich inzwischen herumgesprochen, daß der weltweit rasant gestiegene Fleischkonsum die Hauptursache für Treibhausgas-Emissionen und Klimawandel ist.
http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/fleisch-frisst-land/

Ganz zu schweigen von Zivilisationskrankheiten und Tierquälerei.

Penguin Awareness

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Beim Blick nach nebenan habe ich erfahren, daß es heute auch etwas zu feiern gibt. Am 20. Januar wird nämlich der Penguin Awareness Day begangen – nicht zu verwechseln mit dem World Penguin Day am 25. April. Ein schöner Beitrag mit drolligen Filmchen findet sich bei rp-online.

Pinguinliebhabern kann der doppelte Feiertag nur recht sein, aber als Sprachliebhaberin frage ich mich nach dem Sinn, der dahinter verborgen sein mag. Will sagen, wenn ich die Pinguine feiere, setzt das ja voraus, daß ich ein Bewußtsein von ihnen habe. Oder feiern wir heute am Ende gar nicht die Pinguine an sich, sondern nur unser Bewußtsein von ihrer Existenz?

trostlos

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Vier Wochen nach dem Attentat auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz sieht es am Ort des Geschehens so aus:

breitscheidplatz

Auf der linken und rechten Plane (diese etwas abseits als Solitär) ist außer dem Weihnachtmann nebst Rentieren noch der Schriftzug Weihnachtsmarkt Gedächtnis-Kirche Berlin mit dem Piktogramm des Alten Turms zu erkennen:

p1110356

Ein paar Schritte weiter, Ecke Budapester Straße/Kantstraße/Hardenbergstraße, keine 10 m bis zum Eingang des Waldorf Astoria, ein zweiter, kleinerer Haufen Kerzen, Blumen, Schilder, ohne Planen. Das Ganze wirkt beklemmend – ein authentischer Ausdruck der Tragik und der Hilflosigkeit. Wegräumen und Saubermachen ist auch keine Lösung. (Bis zur Berlinale, wenn auch vor dem Zoo-Palast der rote Teppich ausgelegt wird, wird man sich aber sicher etwas einfallen lassen.)

Atlas zur deutschen Alltagssprache

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Vielleicht mag der ein oder andere Leser, die ein oder andere Leserin dieses Sprachblogs ja ebenfalls hineinschauen, bestenfalls selbst bei der Umfrage mitmachen. Hier eine Kopie der Mail, die ich am 31. Dezember bekommen habe:

Grüß Gott, Guten Tag, Grüezi, Hallo, Hoi und Moin!

Sie haben in den letzten Jahren freundlicherweise an der Umfrage zu unserem „Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)“ teilgenommen, der den regionalen Sprachgebrauch in den deutschsprachigen Ländern und Gebieten Europas darstellt (Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norditalien, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Lothringen, Elsass und anderen). Dafür danken wir Ihnen sehr!

Leider hat es mit der Veröffentlichung der Karten der 10. Fragerunde zum AdA gedauert. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen heute auf unserer Projektseite die Ergebnisse dieser Umfrage auf über 60 Karten präsentieren zu können. Wenn Sie auf den folgenden Link klicken, werden Sie gleich auf die Startseite zu den Ergebnissen der „Zehnten Runde“ geleitet: http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-10/ . Dort finden Sie in der linken Leiste die Übersicht aller Karten, die Sie jeweils einzeln ansteuern und anklicken können. Sie erfahren unter anderem, wo man wie zum ‚Schluckauf‘ sagt, wie in unterschiedlichen Gegenden der ,Oberlippenbart‘ genannt wird, wo man „dicke“ im Sinne von ,allemal‘ gebraucht und wie verbreitet die verschiedenen Bezeichnungen für einige Handwerkerberufe sind …

Viele TeilnehmerInnen der Umfrage haben ihre Bereitschaft ausgedrückt, auch an zukünftigen Befragungen teilzunehmen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich wieder einige Minuten Zeit nehmen und auch den neuen Fragebogen ausfüllen könnten. Dazu klicken Sie einfach den entsprechenden Link unten auf der Startseite („Online-Fragebogen“) oder das Feld „Aktuelle Umfrage: Elfte Runde“ in der linken Leiste an (http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-11-fragebogen/). Dort finden Sie den Fragebogen mit Fragen – in 8 Gruppen – zum Sprachgebrauch in Ihrer Stadt. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 10–15 Minuten, und Sie können ihn wie immer an Ort und Stelle beantworten; Herunterladen oder Ausdrucken ist also nicht notwendig.

Gern können Sie diese/s E-Mail wieder an Freunde oder Bekannte aus Ihrem Ort weiterleiten – das würde uns sehr helfen. Je mehr Antworten wir bekommen, desto besser.

Nochmals vielen Dank fürs Mitmachen, viel Freude beim Betrachten der Karten und beim Ausfüllen des neuen Fragebogens. Ihnen ein frohes / gesundes / gutes neues Jahr – oder einfach: Pros(i)t Neujahr (s. http://www.atlas-alltagssprache.de/r8-f1a-b-2/ )!

für die Projektgruppe

Prof. Dr. Stephan Elspaß
Universität Salzburg
Fachbereich Germanistik
Erzabt-Klotz-Str. 1
A-5020 Salzburg

Prof. Dr. Robert Möller
Université de Liège
Département de Langues et Littératures modernes
Place Cockerill, 3
B-4000 Liège

PS: Wenn Sie an einer weiteren Umfrage Interesse haben, und zwar zu Ihrem eigenen „Gebrauch weiblicher Rufnamen im Neutrum“ (z.B. „es/et Anna“ oder „es/et“ für eine weibliche Person), und wenn Sie aus Deutschland, Luxemburg, Ost-Belgien, der Schweiz, Liechtenstein oder dem Elsass stammen, klicken Sie bitte auf folgenden Link: http://www.namenforschung.net/weibliche-rufnamen-im-neutrum/online-umfrage/ .

Am Anfang war die Backmischung

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Mit seiner jüngsten Kreation, dem „Luther Kuchen“ (Eigenschreibung), „würdigt“ der Backmischungsproduzent Kathi Rainer Thiele GmbH aus Halle an der Saale einen „bedeutenden Sohn des Landes Sachsen-Anhalt“, wie es in der Mitteldeutschen Zeitung hieß. Laut Geschäftsführer Marco Thiele „soll damit zum einen auf das Reformationsjubiläum 2017 aufmerksam gemacht und zum anderen der ‚Genussmensch Luther‘ hervorgehoben werden“.

lutherkuchen

Daß ein Lebensmittelfabrikant Luther als Genußmenschen hervorhebt, finde ich unproblematisch. Aber welcher Teufel hat ihn geritten, daß er meint, auf das Reformationsjubiläum aufmerksam machen zu sollen? Wieso wird ein Unternehmer missionarisch tätig? Wieso darf er sein Produkt „im Rahmen des Kreiskirchentages“ vorstellen? Und wieso bekommt er die Lizenz, sein Produkt mit der Wort-Bild-Marke „Luther2017“ zu schmücken? Es ist wirklich unfaßbar.

NB: Damit der Kuchen auch äußerlich an den Reformator erinnert, enthält die Packung neben der Backmischung auch eine Luther-Schablone. Man soll sie auf die getrocknete Glasur legen, den Puderzucker aufstreuen und die Schablone dann vorsichtig entfernen. In der Mitteldeutschen Zeitung sieht man ein Bild der Frau des Geschäftsführers mit Luther-Kuchen.

Kathi und Luther006

Ich kann eigentlich nichts erkennen, aber was ich sehe, erinnert mich weniger an Luther als an Alf …