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Konditionalsätze sind Nebensätze, die eine Bedingung (conditio) angeben, die erfüllt sein muss, damit die im Hauptsatz angegebene Folge eintritt. Sie antworten auf die Frage „wann?“ oder „unter welcher Bedingung?“ und werden meistens mit der Konjunktion „wenn“ („falls“, „sofern“) eingeleitet.

Hier ein paar schöne Beispiele:
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse.
Wenn der weiße Flieder wieder blüht, sing ich dir mein schönstes Liebeslied.
Wenn das Volk kein Brot hat, soll es Kuchen essen.
Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flüglein hätt, flög ich zu dir.

Hier ein paar seltsame Beispiele:

ich bin Jude

Seltsam sind die Beispiele, weil das mit der Bedingung nicht hinhaut. Die abgebildeten Personen behaupten, (genau dann) Muslim, Jude, Migrant, schwarz oder schwul zu sein, wenn man etwas gegen Muslime, Juden, Migranten, Schwarze oder Schwule hat. Umgekehrt bedeutet das: Wenn man nichts gegen Muslime, Juden, Migranten, Schwarze oder Schwule hat, dann sind diese Personen nicht Muslim, Jude, Migrant, schwarz oder schwul. Das soll irritieren und zum Nachdenken über die Vorurteile gegen Minderheiten und über deren Diskriminierung anregen.

Was mir an dieser Werbung gefällt: Sie will zeigen, dass Diskriminierung meistens nicht sachlich begründet ist, sondern mit Vorurteilen verknüpft ist, die man gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen hegt und die von vornherein verhindern, dass man hinter den Vorurteilen den einzelnen Menschen sieht.

Was mir nicht gefällt: Die Personen solidarisieren sich nicht nur mit Minderheiten, sondern sie tun so, als gehörten sie diesen Minderheiten selbst an („Mein Name ist …, und ich zeige Gesicht“). Wenn Leute, die nicht ausgegrenzt und nicht diskriminiert werden, so etwas tun, dann ist das unwahrhaftig und parasitär.

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