Barbarshop

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Kürzlich in meiner polyglotten Moabiter Nachbarschaft gesehen:

Barbarshop

Vermutlich ist der Inhaber kein Grieche und des Griechischen auch nicht mächtig.

Barbar (von altgriechisch βάρβαρος bárbaros, Plural βάρβαροι bárbaroi) war die ursprüngliche Bezeichnung im antiken Griechenland für alle diejenigen, die nicht (oder schlecht) griechisch und damit unverständlich sprachen (wörtlich: Stammler, Stotterer, eigentlich: br-br-Sager).“ (Wikipedia)

Ich rätsele noch über die Bedeutung der drei Ausrufezeichen. Wollte man sich damit über die Deppen lustig machen, die nicht wissen, was Friseurladen auf englisch heißt?

Tote pro Kopf

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Ein Freund hat mir diesen interessanten Artikel geschickt und dabei auf die sehr merkwürdige Überschrift verwiesen:

In der Schweiz sind pro Kopf dreimal so viele Menschen gestorben wie in Deutschland oder Österreich.

Gemeint ist: gemessen an der Einwohnerzahl. Das ist aber nicht dasselbe wie pro Kopf oder pro Person. Da war die NZZ einfach schlampig.

 

Bleiben Sie gesund!

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Paß auf Dich auf, sage ich manchmal zu Freunden, von denen ich weiß, daß Gesundheit für sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht das höchste Gut ist. Allerdings traue ich mich nur, das zu wirklich guten Freunden zu sagen, die 1. wissen, daß mir ihre Gesundheit sozusagen als Bedingung der Möglichkeit unserer Freundschaft wichtig ist, und die 2. wissen, daß ich mich in die Details der angemahnten Selbstfürsorge nicht einmischen werde.

Seit ein paar Wochen nun höre und lese ich überall: „Bleiben Sie gesund!“ Und das nicht nur in Mails meines Arbeitgebers und meiner Krankenkasse (die ein berechtigtes Interesse an meiner Gesundheit haben), sondern auch im Radio, in Werbemails und in Videobotschaften, die vollkommen unpersönlich an ein anonymes Publikum adressiert sind und mit mir als Person gar nichts zu tun haben.

Wenn ich diesen Satz höre oder lese, zucke ich immer zusammen.

Zunächst geht es irgendwelchen Hinz oder Kunz überhaupt nichts an, ob ich gesund oder krank bin; das ist meine Privatsache. Ermunterungen bzw. Ermahnungen von Leuten, die ich nicht kenne und die mich nicht kennen, empfinde ich als in höchstem Maße unangebracht und übergriffig. (Vor ein paar Jahren habe ich mich darüber aufgeregt, daß die Deutsche Bahn ihren englischsprachigen Reisenden beim Verlassen des Zuges immer „Take care“ ans Herz legt – ich war ganz überrascht, zu sehen, daß das schon sieben Jahre her ist: https://textundsinn.wordpress.com/2013/04/06/passen-sie-auf-sich-auf/.)

Zweitens überlege ich: Was denken all diejenigen, die sich – auf welchem Weg auch immer – mit dem Coronavirus infiziert haben, wenn sie diese Botschaft hören? Sie müssen sich ausgeschlossen fühlen, denn sie sind ja nicht gesund, sondern krank, können also nicht gesund bleiben, sondern höchstens werden. Außerdem haben sie vielleicht andere Leute angesteckt und fühlen sich schuldig, daß diese jetzt krank sind.

Drittens: Es gibt nicht nur Corona. Was ist mit all den Herz-Kreislauf-Kranken, mit den Diabetikern, den Krebskranken, den HIV-Kranken, den Dementen, den psychisch Kranken, den Alkoholkranken, den Drogenkranken, etc. etc.? Wenn man bedenkt, wie viele Leute tatsächlich krank sind, ist der Satz „Bleiben Sie gesund“ einfach nur ein Hohn.

„Bleiben Sie gesund“ – das können nur Gesunde zu Gesunden sagen; hier bildet sich eine Art Elite der Gesunden gegen die Kranken, und das finde ich äußerst bedenklich.

 

Coronavirus und Waldbestattung

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In unregelmäßigen Abständen werfe ich einen Blick auf die Coronavirus-Karte der Johns Hopkins University, die mir – ich weiß nicht mehr wie – über die Berliner Morgenpost zugänglich ist. Eben habe ich mir die aktuellen Zahlen für Berlin angesehen, und beim Runterscrollen fand ich doch tatsächlich eine Anzeige mit dem Titel:

NEU: Waldbestattung bequem von zuhause planen

Corona Bestattung

Wie schön, zu wissen, daß man damit das Risiko, sich beim Bestatter um die Ecke auch noch mit dem Coronavirus anzustecken, umgehen kann.

Corona vs. Kultur

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„Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat angesichts der rascheren Ausbreitung des Coronavirus in Berlin beschlossen, das Kulturleben drastisch einzuschränken. ,Wir haben entschieden, in den staatlichen Theater-, Opern- und Konzerthäusern die Veranstaltungen in den großen Sälen nicht mehr stattfinden zu lassen. Vorerst bis Ende der Osterferien. Das empfehlen wir auch den großen Privattheatern‘, sagte Lederer dem rbb.

Dies gelte ab Mittwoch, dem 11. März bis zum 19. April, also fünfeinhalb Wochen lang. Zu den landeseigenen Bühnen gehören der Friedrichstadtpalast, die Deutsche Oper Berlin, das Deutsche Theater, die Komische Oper, das Konzerthaus am Gendarmenmarkt, das Maxim-Gorki-Theater, das Staatsballet Berlin, die Staatsoper Unter den Linden, das Theater an der Parkaue und die Volksbühne.“

So ist es auf der RBB-Seite nachzulesen, und so ähnlich war es heute abend im Radio zu hören. Weil ich selbst bei einem Konzert im Konzerthaus mitsingen wollte, habe ich die Website des Konzerthauses besucht.

Dort stand unter dem Stichwort Service:

„Schön, dass Sie da sind!
Wegen der umfangreichen Berichterstattung zum Coronavirus erkundigen sich immer wieder Gäste, ob unsere Veranstaltungen auch tatsächlich stattfinden.
In der Frage, ob ein Konzert abgesagt wird oder nicht, handeln wir nach den Empfehlungen der behördlichen Stellen und des federführenden Robert Koch-Instituts, welche die Ansteckungsgefahr derzeit als mäßig eingestuft hat. In Berlin gibt es bis dato aber keine Empfehlungen für Konzertabsagen oder gar Schließungen. Sollte sich die Lage ändern, informieren wir umgehend hier auf unserer Website. Daher finden alle Konzerte wie geplant statt.“

Der letzte Satz ist da, wo er steht, unsinnig; es gibt im vorhergehenden Satz keine Begründung, auf die das „daher“ Bezug nehmen könnte, und tatsächlich werden zahlreiche Konzerte nun nicht stattfinden.

Korrekt wäre gewesen:

„In Berlin gibt es bis dato aber keine Empfehlungen für Konzertabsagen oder gar Schließungen. Daher werden alle Konzerte wahrscheinlich wie geplant stattfinden. Sollte sich die Lage ändern, informieren wir umgehend hier auf unserer Website.“

Inzwischen wurde die Seite aktualisiert. Jetzt steht dort:

„Aufgrund der aktuellen Situation und der Ausbreitung des Coronavirus sagt das Konzerthaus Berlin für den Zeitraum vom 11. März bis 19. April 2020 alle Konzerte im Großen Saal ab. Wir folgen damit der Entscheidung des Senators für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer.“

Schade ist es auf jeden Fall.

 

Garnelen jetzt aus Pflanzen?

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Edeka verlinkt im heutigen Newsletter Kulinarischer Touchdown: Super Bowl-Rezepte auf eine vegetarische Avocado-Spinat-Bowl. Die enthält aber Garnelen.

Ich sare daderdsu nüschd.

Außer, daß das Restaurant Kurpark-Pavillon in Garmisch-Partenkirchen ein Lachsgratin als eines von drei vegetarischen Gerichten auf der Speisekarte führt (die beiden anderen sind Käsespätzle und Kaiserschmarrn).

Da ist noch viel zu tun!

Fledermäuse

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Heute kam im Radio eine Meldung zur Verschiebung des Baubeginns des Berliner Einheitsdenkmals wegen des Schutzes von Fledermäusen, die im Sockel überwintern. Total nett, dachte ich, und als ich das gegoogelt habe, bin ich auf diesen Artikel gestoßen: https://www.tagesspiegel.de/berlin/bau-der-einheitswippe-verzoegert-sich-wie-fledermaeuse-den-denkmal-plan-ins-wanken-bringen/25183030.html

Aber mal ehrlich: Es ist doch total verrückt, daß man sich wer weiß wie krumm macht, um ein paar (!) Fledermäuse zu retten, während jährlich (auf Landesebene) Millionen bzw. (weltweit) Milliarden von Nutztieren geschlachtet, geschreddert und vergast werden.

Diese ganze Idee der Arterhaltung finde ich inzwischen vollkommen absurd. Für die wilden Arten ist es ja ganz nett, wenn man sie nicht mehr jagt und irgendwo in Ruhe überwintern läßt, aber was nützt den sogenannten Nutztieren (den Schweinen, Rindern, Schafen, Hühnern, etc.) ihr Überleben als Art, wenn fast jeder einzelne Artgenosse ein alles andere als artgerechtes, im Gegenteil sehr qualvolles und kurzes Leben führt?

 

Vorfahrt geändert

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Damit es nicht zu Verkehrsunfällen kommt, ist klar geregelt, wer Vorfahrt hat, wenn sich Fahrbahnen kreuzen. Anders gesagt: Wenn sich mehrere Fahrzeuge einer Kreuzung oder Einmündung nähern, entscheiden die Vorfahrtsregeln, wer zuerst fahren darf und wer warten muß. Dabei gilt folgende Hierarchie: Polizei > Lichtzeichen (Ampel) > Verkehrszeichen (Vorfahrt-beachten- oder Vorfahrt-gewähren-Schild) > rechts vor links.

An der Berliner Kreuzung Charlotten-/Ecke Behrenstraße bietet sich seit Wochen folgendes Bild:

Charlottenstraße Richtung Süden

Behrenstraße Richtung Osten

Charlottenstraße Richtung Norden

Behrenstraße Richtung Westen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Egal, von wo man sich der Kreuzung nähert, man sieht nur das eigene Schild „Vorfahrt geändert“, und man erfährt weder, wie die Vorfahrtregel einmal war noch inwiefern sie geändert wurde. Das ist also eine totale Null-Information, und nicht nur eine Null-Information, sondern eine verwirrende noch dazu. Im Idealfall (man hat ja keine Zeit zum Nachdenken an einer solchen Kreuzung) kommt man zu dem Schluß: rechts vor links. Zu diesem Schluß käme man aber viel schneller, wenn es überhaupt keine Verkehrszeichen gäbe. Welchen Zweck verfolgen also die Verkehrsschilder?

dein Land, mein Land, unser Land

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Wir sind heute den ganzen Tag durch Brandenburg geradelt und haben dabei immer wieder solche Plakate gesehen:

 

 

 

 

 

 

 

Dazu muß man sagen, daß in Brandenburgs Bahnen und auf Brandenburgs Straßen außer uns eigentlich nur Türken, Afghanen und Schwarzafrikaner unterwegs waren. Die Brandenburger trauen sich nämlich gar nicht mehr aus ihren Häusern vor lauter Ausländern. Und das Ackerland rechts und links der Straßen war auch ganz eindeutig in deren Besitz – keine Kartoffeln, keine Rüben, keine Äpfel und keine Pflaumen weit und breit – überall nur Datteln, Feigen und Koriander. Also wer da nicht sein Land zurück will und AfD wählt (Stichwort „Wende 2.0“), ist selber schuld an der totalen Überfremdung und Enteignung und überhaupt.

umgehend vernichten

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Wenn ich mir shame on me die Haare mit der Intensiv-Coloration von Garnier Nutrisse färbe, stehe ich am Ende immer ratlos vor dem warnend rot gedruckten Satz „Die Reste sind nicht mehr verwendbar und müssen umgehend vernichtet werden“.

Wie soll ich die Reste denn vernichten? Briefe und Akten kann man vernichten, indem man sie durch Schreddern unlesbar macht oder durch Verbrennen ganz beseitigt. Eine durch Unwetter vernichtete Ernte ist keine Ernte mehr. Ungeziefer und Schädlinge zu vernichten, bedeutet, sie zu töten, und beim Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln sterben die als Unkraut bezeichneten Pflanzen.

Vernichten – darin steckt das Wort nicht: Was vernichtet ist, ist nicht mehr, ist zunichte geworden, zu nichts geworden. Im lateinischen annihilare steckt nihil (nichts), das französische anéantir ist abgeleitet von néant (das Nichts). Andere Sprachen zeigen vergleichbare Wortbildungen.

Aber der Rest meiner Koloration löst sich mitnichten in nichts auf; er existiert weiter, egal, ob ich ihn ins Waschbecken, ins Klo, vom Balkon oder in den Restmüll kippe. Ihn aufzuessen ist auch keine Option.

Interessant auch die Wahl des Namens Nutrisse. nutri(e) heißt nämlich ernährt. Wenn die Reste dessen, was mein Haar angeblich ernährt, unverzüglich vernichtet werden müssen, können sie so gesund nicht sein, sind eher giftig. Vielleicht sollte ich doch zu Henna wechseln …