Muttermilch / Menschenmilch

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Nach Rotterdam und London ist die Werbung von Oatly kürzlich auch in Berlin-Moabit angekommen:

oatly

Wenn man darüber und über das Wort Muttermilch nachdenkt, ist es eigentlich ganz logisch, und im Tierreich sind Situationen, in denen Säugetiermütter Babies einer anderen Spezies mitversorgen, äußerst selten. Aus der Literatur fällt mir nur Kater Moses (Moses the Kitten) von James Herriot ein, der nur überlebte, weil er im Schweinestall, in den er wegen der Wärmelampe gebracht worden war, zielsicher den Weg zur Zitze der Sau fand und dabei äußerst plakativ aus der Menge seiner Schweinegeschwister hervorstach (Bild wird nachgeliefert). Aber das ist wirklich die absolute Ausnahme.

Im Regelfall merke: not your mum – not your milk

 

 

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14. und 15. Februar

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14.2.2019

„Tag des Erdwurms“ (ver de terre) riet meine entzückende Schwiegertochter in spe, als ich ihr dieses Bild zeigte.

erfolgreich – zum dritten

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Vier Jahre später und kein Gramm weiser.

Ich habe meine Mutter in Trier besucht; sie hat kein Internet, aber die Stadtwerke Trier stellen jedem Besucher pro Tag 1 Stunde WLAN zur Verfügung. Wenn die Stunde abgelaufen ist, wird man, ob man will oder nicht, erbarmungslos vom weltweiten Netz getrennt, und man bekommt die Nachricht: „Ihre Verbindung wurde erfolgreich beendet“.

Bei einem Erfolg kommt normalerweise Freude auf. Hier wird man mit diesem Wort einfach nur verarscht.

Smart branding

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Trüge man Scheuklappen, könnte man denken, Edeka meine es ernst mit der Müllvermeidung. Der Umweltexperte der Firma (ein Pandabär) empfiehlt:

„Die natürliche Schale schützt von allein! Verzichten Sie daher bei Ihrem Weihnachtseinkauf [warum nur dann?] auf unnötige Tüten und nehmen Sie Obst und Gemüse einfach lose mit. Vermeiden Sie Abfall und die Umwelt wird es Ihnen danken.“

tüten-müll vermeiden

Smart Branding soll bedeuten, daß Etiketten durch Lasergravur ersetzt werden; so kann man auch Bio-Obst und -Gemüse kennzeichnen, ohne es zu verpacken. 

Nun trägt man aber keine Scheuklappen und sieht die ganze Seite im Werbeprospekt. Und was sieht man? Kartoffeln, „küchenfertig geschält, geviertelt, in Scheiben oder als Sticks geschnitten“ und natürlich in Plastik verpackt

tüten-müll vermeiden 3

und Gemüsenudeln aus Süßkartoffeln, Möhren, Zucchini und Butternußkürbis, in Plastikschälchen à 200 oder 250 g verschweißt.

tüten-müll vermeiden 2

So macht Edeka es allen recht, und immerhin Tütenmüll wird auch hier vermieden. Vielleicht läßt sich der ein oder andere vom Preis abschrecken: Die Gemüsenudeln aus herkömmlicher Landwirtschaft sind 5-7mal so teuer wie das unverpackte Bio-Gemüse.

erfolgreiche Veganer und höhere Mathematik

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Es gibt total bescheuerte T-Shirts zu kaufen, z. B. solche, auf denen steht: „Hinter jedem erfolgreichen Veganer steht eine enttäuschte Oma“.

Seht selbst:
https://www.google.com/search?client=ubuntu&channel=fs&biw=1280&bih=591&tbm=isch&sa=1&ei=ulmpW5evA6nksAeq_pqoDg&q=%22hinter+jedem+erfolgreichen+veganer+steht+eine+entt%C3%A4uschte+oma%22+shirt&oq=%22hinter+jedem+erfolgreichen+veganer+steht+eine+entt%C3%A4uschte+oma%22+shirt&gs_l=img.12…139174.141538.0.143812.14.14.0.0.0.0.108.1212.13j1.14.0….0…1c.1.64.img..0.0.0….0.SDVM6VQNhGc

Manchmal steht  „erfolgreichem“ (statt „erfolgreichen“), manchmal gibt es zwischen „Veganer“ und „steht“ ein unmotiviertes Komma.  Das ist sehr ärgerlich. Noch blöder ist der Rechenfehler: Jeder Veganer hat nämlich nicht nur eine, sondern zwei Omas, und in der Regel sind beide enttäuscht.

Am meisten aber regt mich das Wort „erfolgreich“ auf: Was ist der Unterschied zwischen einem Veganer und einem erfolgreichen Veganer? Wer Veganer ist, ist per se ein „erfolgreicher Veganer“. Muß man den Erfolg (was für einen Erfolg? Es handelt sich doch nicht um einen Wettbewerb!) so herauskehren? Anders gefragt: Was wäre ein erfolgloser Veganer? Eher kein Veganer, oder?

Siehe schon hier: https://textundsinn.wordpress.com/2013/04/19/erfolg/

 

nicht spezialisiert

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Nächsten Samstag haben wir Abiturtreffen in Trier; zum Mittagessen werden wir ins Weinhaus in der Brückenstraße gehen. Da ich mich seit einiger Zeit vegan ernähre, dachte ich, es sei vielleicht schlau, mal im Internet nachzusehen, was es denn da so gibt. Von 27 Gerichten sind immerhin vier vegetarisch: ein gemischter Salat mit Feta, das „Erbsen-Minz Süppchen“ (Eigenschreibung), die Käsespätzle und die Pilz-Ravioli. Da ein gemischter Salat mit Feta ohne Feta und Käsespätzle ohne Käse nicht gerade verlockend klingen (zumal für 12,80 €), rief ich heute nachmittag an, um mich nach pflanzlichen Optionen zu erkundigen. „Sie meinen vegan?“, fragte die nette Dame am anderen Ende der Leitung. Hoffnung keimte auf. Ja, ich wüßte gern, ob vielleicht die Suppe oder die Ravioli … Nein, die Suppe ist natürlich mit Sahne, und die Ravioli sind mit Eiern. War zu erwarten. Ich schreibe es auch nur aus sprachkritischen Gründen. Weil nämlich die nette Dame auf mein Résumée, dann wäre wohl außer dem Beilagensalat nichts rein Pflanzliches dabei, scheinbar bedauernd zusammenfaßte: „Nein, da sind wir leider nicht spezialisiert drauf“. „nicht spezialisiert drauf“ diesen sicher ganz unbeabsichtigten Euphemismus lasse ich mir seitdem auf meiner geistigen Zunge zergehen.

Winemaker

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Als ich kürzlich in Trier war, habe ich bei Aldi einen Riesling Mosel QBA trocken der Marke R. Prüm (aus Bernkastel) entdeckt und gekauft. Das Schildchen, das um die Flasche hing, sah von vorne ganz ok aus:

Prüm recte

Der Kulturschock kam beim Lesen des Textes auf der Rückseite:

Prüm verso

Bernkastel war lange Zeit römisch; später sprach man dort neben Deutsch auch die Sprache der französischen Besatzer. Angelsächsisch war Bernkastel nie.

Warum nennt sich ein Winzer (Weinbauer) auf einem ansonsten deutschsprachigen Etikett „Winemaker“? Ich weigere mich, solche Wörter als neudeutsch zu bezeichnen (und damit als Teil der deutschen Sprache anzuerkennen); für mich fällt das unter die Kategorien Sprachmüll und transatlantisches Kauderwelsch ohne Sinn und Verstand.

spot the looney – die 2.

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Beim letzten Mal mußte man noch ein bißchen suchen, aber diesmal ist es wirklich ganz einfach. Gesehen beim Neubau OASIS in der Bachstraße in Berlin-Tiergarten:

ECB

Übrigens führt der Klick auf die Internetseite der East Construction Baugroup ins Leere, und als Projektentwickler des OASIS wird jetzt die Hamburger B&L Gruppe angegeben.

Schwesterfeigen

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Ich liebe Feigenbäume und habe einen auf meiner Loggia, der sogar regelmäßig Früchte trägt, die im September oder Oktober reif sind. Im Winter hole ich das Bäumchen ins Wohnzimmer, damit es nicht erfriert. Normalerweise bekommt es im Februar neue Blätter, die wieder abfallen, wenn ich es im Frühling rausstelle. Diesmal war der Winter in Berlin so lange sehr kalt, daß ich den Feigenbaum erst im April rausstellen konnte, als nicht nur Blätter, sondern auch schon kleine Feigen gewachsen waren. Im Gegensatz zu den Blättern fielen die Früchte nicht ab, sondern wuchsen weiter und sind jetzt weich und reif (heute habe ich die erste gegessen, und sie schmeckte köstlich). Inzwischen sind auch die für die Jahreszeit typischen Feigen gekommen und ein bißchen gewachsen, so daß gewissermaßen ältere und jüngere Geschwister wie aus zwei Würfen  gleichzeitig am Baum hängen.

P1130002

mit alles!

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Unkenntnis oder Absicht, das ist die Frage.

StadtnaturEinmal Natur mit alles – außer mit Dativ.

Ansonsten ist der von der Stiftung Naturschutz Berlin ins Leben gerufene und organisierte Lange Tag der Stadtnatur natürlich eine schöne Sache.