spot the looney – die 2.

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Beim letzten Mal mußte man noch ein bißchen suchen, aber diesmal ist es wirklich ganz einfach. Gesehen beim Neubau OASIS in der Bachstraße in Berlin-Tiergarten:

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Übrigens führt der Klick auf die Internetseite der East Construction Baugroup ins Leere, und als Projektentwickler des OASIS wird jetzt die Hamburger B&L Gruppe angegeben.

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Schwesterfeigen

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Ich liebe Feigenbäume und habe einen auf meiner Loggia, der sogar regelmäßig Früchte trägt, die im September oder Oktober reif sind. Im Winter hole ich das Bäumchen ins Wohnzimmer, damit es nicht erfriert. Normalerweise bekommt es im Februar neue Blätter, die wieder abfallen, wenn ich es im Frühling rausstelle. Diesmal war der Winter in Berlin so lange sehr kalt, daß ich den Feigenbaum erst im April rausstellen konnte, als nicht nur Blätter, sondern auch schon kleine Feigen gewachsen waren. Im Gegensatz zu den Blättern fielen die Früchte nicht ab, sondern wuchsen weiter und sind jetzt weich und reif (heute habe ich die erste gegessen, und sie schmeckte köstlich). Inzwischen sind auch die für die Jahreszeit typischen Feigen gekommen und ein bißchen gewachsen, so daß gewissermaßen ältere und jüngere Geschwister wie aus zwei Würfen  gleichzeitig am Baum hängen.

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mit alles!

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Unkenntnis oder Absicht, das ist die Frage.

StadtnaturEinmal Natur mit alles – außer mit Dativ.

Ansonsten ist der von der Stiftung Naturschutz Berlin ins Leben gerufene und organisierte Lange Tag der Stadtnatur natürlich eine schöne Sache.

 

Bish

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Mal ehrlich: Wer, der Bachs Musik nicht kennt oder nicht mag, läßt sich von einer solchen Werbung überreden und kommt dann doch ins Konzert?

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Muß man dem Kantatentitel eine solche Gewalt antun und die Wörter ohne Not auseinanderreißen, so daß man es kaum lesen kann? Getrenntschreibung ohne Beachtung der Silben hier, Kleinschreibung da – wird Bachs Musik damit moderner, als sie es ohnehin ist? Die schweizerische J. S. Bach-Stiftung meint offenbar: ja.

Vor gut zwei Jahren habe ich das Phänomen der Getrenntschreibung bei Bach und bei Rembrandt beobachtet:
https://textundsinn.wordpress.com/2015/11/29/bach-marathon/
https://textundsinn.wordpress.com/2015/12/04/rem/

Interessant, daß man glaubt, alte und im Vergleich zu mittelmäßigen Zeitgenossen wahrhaftig weltweit berühmte Meister so bewerben zu müssen. Bach und Rembrandt haben eine solche Werbung gewiß nicht nötig. Die Werbung wirkt eher so, als wollten sich die Werbenden vom Ruhm der Beworbenen parasitär ein Stück abschneiden.

 

Abstieg

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Ich erinnere mich noch an den ersten Abstieg des 1. FC Kaiserslautern – 1996 – aus der 1. in die 2. Liga. Ich trug ein rotes Minikleid und Pavel Kuka brachte die Lauterer in Führung, aber Leverkusen spielte unfair und nach dem Einwurf zum eigenen Mann erzielte Markus Münch den Ausgleich, der für Lautern das Aus bedeutete. Eine Fernsehdokumentation des Südwestfunks war mit dem Lied Brothers in Arms von Dire Straits unterlegt, und jedesmal, wenn ich dieses Lied höre, denke ich an diesen Abstieg.

Aber auch an den sofortigen Wiederaufstieg ein Jahr später, der 1998 mit dem Gewinn der Meisterschaft gekrönt wurde.  Wenn mir nicht alle Verwandten und Freunde abgeraten hätten, hätte ich meinen 1998 geborenen Sohn Otto genannt.

2012 ist der 1. FC Kaiserslautern zum dritten Mal aus der 1. in die 2. Bundesliga abgestiegen. Damals wurde dieses Plakat eines 11jährigen für den Deutschen Fußball-Kulturpreis nominiert.

Seit der 2:3-Niederlage bei Arminia Bielefeld heute abend steht fest, daß der 1. FCK nun erstmals in die 3. Liga absteigt.

Ein passendes zeitgenössisches Lied dafür muß noch komponiert werden … Back to black von Amy Winehouse wäre fast ein Kandidat. Zum Glück gibt es Bach

 

 

Scrabble à la Shanghai

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Wir wollten Scrabble in englisch spielen, und wer Scrabble kennt, weiß, daß das mit dem deutschen Spiel nicht gut funktioniert, weil es sowohl bei der Häufigkeit der Buchstaben als auch bei deren Wert erhebliche Abweichungen gibt. Wer mehr dazu wissen möchte, kann sich bei Wikipedia schlau machen.

Weil wir ein Spielfeld besitzen und dieses für alle Sprachen identisch ist, war es am einfachsten und am günstigsten, nur die Buchstaben zu kaufen. Bei ebay bin ich fündig geworden. Unter dem Titel „100 pcs Wood Scrabble Tiles Letter Alphabet Scrabbles Number English Word Set Pop“ wurden die Buchstaben dort aus Schanghai für 2,68 GBP (rund 3 €) angeboten – bei kostenlosem Versand. Hier eines der Vorschaubilder:

scrabble englishDa kann man nichts falsch machen, dachte ich, und wenige Tage später war das Säckchen mit den Buchstaben schon da.

Voll Freude beginnen wir das Spiel, aber was soll ich sagen? Ich ziehe 3 x J und 3 x Q, aber keine Vokale. Beim vierten Mal ein O, beim siebten ein A, aber insgesamt wird es nicht besser; ich kann jedenfalls keine Wörter bilden. Als wir den schlimmen Verdacht nicht länger unterdrücken können und die Buchstaben schließlich ausbreiten, ergibt sich folgendes Bild:

scrabble

Alle Buchstaben kommen ausnahmslos drei bis fünf Mal vor; Joker gibt es keine. Scrabble kann man so jedenfalls nicht spielen – weder deutsch noch englisch noch französisch.

Auf meine Beschwerde beim Anbieter bekomme ich die Antwort: „We check that the letters are randomly send (sic!) by our supplier and our manager is relisting the ad. We would like to refund you 1 GBP and hope this issue will not affect our relationship and please don’t leave us bad feedback, and is this OK for you?“

In der aktualisierten Anzeige steht jetzt:
„100x wooden letters (Letters are RANDOMLY send)“.
Eine Warnung, die dem Titel Hohn spricht. Aber immerhin eine Warnung.

Wenn die Vokale gegenüber den Konsonanten derart ins Hintertreffen geraten, ist zu bezweifeln, daß man mit den zugesandten Buchstaben überhaupt in irgendeiner Sprache scrabbeln kann. Mit English Scrabble hat die zufällige Verteilung der Buchstaben jedenfalls nichts zu tun.

Glücklich ist, wer einen Ofen hat, in dem er die hölzernen Täfelchen verbrennen kann.

was bleibt

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Anläßlich des 333. Geburtstages von Johann Sebastian Bach weise ich auf ein Konzert hin, das Berlinerinnen, Berliner und Gäste dieser Stadt am Karfreitag nicht verpassen sollten:

Johannespassion

Ausführende:
Barbara Berg (Sopran), Susanne Langner (Alt), Volker Arndt (Tenor), Jörg Gottschick (Baß), David Stingl (Baß, Christus), Bach-Chor an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Bach-Collegium

Leitung: Achim Zimmermann

Es gibt noch ein paar Restkarten …

Heinzelmännchen

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Mit Blick auf das drohende Ende der Saison bin ich am Mittwoch morgen zum Schlittschuhlaufen ins Erika-Heß-Eisstadion geradelt. In der Fennstraße, auf der Höhe des Parkhauses für die Bayer-Mitarbeiter, hatte ich einen Platten und mußte den Rest des Weges (rund 1 km) schieben. Das war an sich nicht tragisch, aber ich hatte am späten Vormittag noch einen Termin am Gendarmenmarkt, wollte abends zum Sport, dann nach Hause, am nächsten Tag brauchte ich das Fahrrad natürlich auch … So ein Platten erwischt einen ja immer im falschesten Moment und bedeutet immer einen kleinen Weltuntergang, weil er die Tages- und Wochenplanung vollkommen durcheinanderbringt.

Vorläufig wollte ich das alles aber vergessen, schob mein Rad in den Ständer, packte meine Schlittschuhe und ging an einer Gruppe halbwüchsiger Jungs vorbei ins Stadion.

Als ich eine gute Stunde später wieder herauskam, um mich der traurigen Realität zu stellen, traute ich meinen Augen nicht: Der Hinterreifen war nicht mehr platt, sondern prall mit Luft gefüllt, das Rad in Ordnung und fahrtüchtig, als wäre nichts gewesen. Wie auf Wolke 7 bin ich davongeschwebt; sogar der an Häßlich- und Trostlosigkeit kaum zu überbietende Anblick des Neubaus für den Bundesnachrichtendienst an der Chausseestraße konnte meinem Glücksgefühl nichts anhaben.

Ich träume ja seit Jahren davon, daß jemand die Marktlücke eines mobilen Fahrradreparaturservices entdeckt und für die auf den Straßen der Hauptstadt einer Panne zum Opfer fallenden Radelnden nutzbringend besetzt (nach dem Motto: bei Panne Anruf, und 30 Minuten später ist alles wieder ok). Gegen Geld, natürlich. Bei mir waren – ein einziges Mal – die Heinzelmännchen am Werk, aber auf die ist im Zweifelsfall kein Verlaß.

positives Zeichen

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Zum Karnevalsumzug in Cottbus war heute in zahlreichen online-Printmedien (Süddeutsche, Welt, Focus, etc.) der gleiche Text der Deutschen Presse-Agentur zu lesen: 

Cottbus (dpa/bb) – Ostdeutschlands wohl größter Karnevalsumzug zieht heute durch die Innenstadt von Cottbus. Wie in den Vorjahren werden zwischen 70 000 und 80 000 Besucher erwartet. Mehr als 3000 Aktive der vielen Karnevalsgruppen bilden den riesigen Tross. Es ist die 27. Ausgabe des Zuges der fröhlichen Leute. Zuletzt hatte die Stadt wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen viele negative Schlagzeilen gemacht. Der austragende Karnevalsverein will mit dem Umzug umso mehr ein positives Zeichen setzen.
Schluß. Ende der Meldung. Der geneigte Leser erfährt zwar, daß, nicht aber, wofür ein positives Zeichen gesetzt werden soll. Für die Cottbuser? Als Plädoyer für deren naturwüchsige Fröhlichkeit? Dafür, daß sie, wenn man sie in Ruhe läßt und nicht mit Flüchtlingen behelligt, fröhlich und umgänglich sind?
Im Inforadio hieß es eben, beim Karnevalsumzug hätte es einen Zwischenfall mit Rechtsextremen gegeben, die die Grenze von politischer Satire überschritten hätten. Ganz offenbar sind sie im Umzug mitgelaufen. Sicher wollten sie auch ein positives Zeichen setzen.

What Belongs to You

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In einem Monat ist es so weit: Am Internationalen Frauentag wird Garth Greenwell in der Berliner Autorenbuchhandlung aus seinem wunderbaren Buch What Belongs to You lesen, Samuel Finzi wird aus der deutschen Übersetzung von Daniel Schreiber lesen, und ich werde dabeisein und zuhören. Ich habe schon eine Eintrittskarte:

WBTY

Das Besondere an diesem Buch ist seine überwältigende Humanität. Es öffnet den Blick für das, was Menschen angetan wird, die in dem Land, in dem sie leben und von den Personen, die sie lieben, nicht akzeptiert werden, es zeigt, wie ihr Leben durch diese Ablehnung für immer verwundet, ja zerstört werden kann, weil sie sich wertlos und unwürdig fühlen, wie sie sich für sich selbst schämen und sich daher auch nicht an andere verschenken können. Es ist so leicht, andere zu verletzen, und wer denkt schon an die Folgen?

Leider unterschlägt der deutsche Titel die Trennung, die im Originaltitel vorweggenommen wird: „What belongs to you“ fragt man, wenn man sich trennt, wenn eine Gemeinschaft aufgelöst und das Eigentum aufgeteilt wird. Das betrifft zunächst die materiellen Dinge, ist aber auch eine Metapher für die jeweilige Sicht auf das gemeinsam Erlebte. Und schließlich bedeutet es auch, daß man den anderen bei einer Trennung sich selbst und seinem Schicksal überläßt, daß man aufhört, sich um ihn zu kümmern, daß man ihn aufgibt, weil er nicht mehr zu einem gehört.

Das sind ganz universelle Geschichten, die überall und jederzeit passieren. Spannend und schön ist, daß die großen Themen der Literatur – Liebe und Tod – hier vollgültig an einer schwulen Beziehung aufgezeigt werden.