ganz schön kreativ – completely beautifully creative

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Kreativität und Orthographie sind nicht immer beste Freunde:

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Das unmittelbare Drumherum ist zwar sprachlich unauffällig, aber ikonographisch recht reizvoll:

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Und hier das ganze eingebettet in den etwas weiteren stadträumlichen Kontext an der Ecke Hannah-Arendt-/Gertrud-Kolmar-Straße:

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Entmündigung, fortschreitende

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Weil mein Web-Administrator und Pannenhelfer in Rechner-Angelegenheiten eingefleischter Linux-Verehrer ist, benutze auch ich dieses Betriebssystem und halte mich damit (gewissermaßen parasitär) für fortschrittlich. In der Tat hat Linux zahlreiche Vorteile gegenüber Windows (ich muß hier nicht Werbung machen und erspare mir Einzelheiten, aber wer beispielsweise mein Blog mit Linux liest, sieht keine Werbung, während Windows andauernd Werbung einblendet).

Umso empörter bin ich darüber, daß die von Windows bekannte Baby- und Disney-Mentalität jetzt auch bei Linux Einzug hält. Wenn ich den Rechner ausschalten möchte und zu diesem Zweck den Befehl “Herunterfahren” anklicke, fährt der Rechner nicht herunter, sondern werde ich vorsorglich gefragt, ob ich den Computer wirklich herunterfahren möchte. Die Optionen lauten: a) abbrechen / b) herunterfahren.

Warum kann man – wenn man schon wählen muß – nicht zwischen folgenden Optionen wählen:
a) Ja, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen und emotionalen Kräfte und möchte den Rechner tatsächlich herunterfahren.
b) Nein, ich habe den Befehl aus Versehen angeklickt und möchte eigentlich weiter am Rechner sitzen. Danke, daß du nachgefragt hast.
c) Nein, war nur ein Scherz, wollte mal gucken, ob ich mit dem Rechner kommunizieren kann.

Erfrischung gefällig?

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“Raider heißt jetzt Twix” – und aus Stäbchen werden Sticks.

Im März 2008 hatte die Firma Griesson – de Beukelaer (GdB) die Wurzener Dauerbackwaren GmbH übernommen und mit der Erweiterung des Sortiments auch das Design des ein oder anderen Klassikers ein wenig verändert.

Erfrischungsstäbchen

In der Pressemeldung vom 1. Februar 2009 stand und steht zu lesen: “Die berühmten Erfrischungsstäbchen mit der unverwechselbaren Zitrone-Orange-Füllung sind seit Jahrzehnten ein Erfolgsprodukt und jetzt in das Sortiment von GdB integriert. Die bewährte frische Qualität der süßen Köstlichkeit ist appetitlich und handlich verpackt und verführt zum spontanen Zugriff am Regal. Beliebt beim Verbraucher und besonders in den Sommermonaten ein unverwechselbar erfrischender Genuss, schätzen die Fans der Erfrischungsstäbchen die typische fruchtig-flüssige Orange-Zitronen-Füllung im knusprig-knackigen Schokoladenmantel. Die klassische Packung der originalen Erfrischungsstäbchen wird im Handel als 75g Faltschachtel zum Preis von 0,69 Euro angeboten.”

Beim Blättern im aktuellen Reichelt-Katalog habe ich mit Entsetzen festgestellt, daß zwar der Preis deutlich gefallen ist, aus den seinerzeit korrekt geschriebenen Erfrischungsstäbchen inzwischen aber falsch geschriebene “Erfrischungs – Sticks” geworden sind:

Sticks

Vor lauter Kummer über diese wahrhaft grund- und sinnlose und halbherzige Namensänderung sind die beiden lachenden Zitrusfrüchte von der Verpackung verschwunden. Wer will es ihnen verdenken?

nicht normal

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Heute mehrmals und von verschiedenen Sprecherinnen und Sprechern gehört: “Inforadio Verkehrsservice. Brandenburg A 10 südlicher Berliner Ring: Stau wegen Bauarbeiten … Dort brauchen Sie etwa 40 Minuten länger als normal.”

Wem das Wort “normalerweise” zu lang ist, der könnte “länger als sonst” sagen.

Nachlese zum WM-Endspiel

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Vor einem Monat schon wurde die Kurzfassung eines damals noch möglichen Endspiels Brasilien – Deutschland bei Youtube veröffentlicht; es handelt sich um einen Beitrag aus der Sendung mit der Maus. Die fiktive Begegnung wurde längst von der Realität eingeholt, aber die Kommentare sind zeitlos und gehören so oder so ähnlich zu jedem beliebigen Fußballspiel. Unglaublich, wieviele Bilder und Metaphern darin stecken – und witzig zu sehen, wie man sich ein Spiel vorstellen müßte, wenn man die Kommentare wörtlich nähme: “Neuer dirigiert die deutsche Mauer” – “es klingelt im Gehäuse von Jefferson” – “Schmelzer beackert die linke Seite” – “Klose nagelt den Ball unter die Torlatte”.

Holland

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Mein Blog hatte gestern und heute ungewöhnlich viele Besucher – die meisten davon waren, wenn die Statistik stimmt, Leser des Beitrags Horrorstreifen am Belo Horizonte. Das ist angesichts des Siegs der deutschen Nationalmannschaft über Brasilien an diesem Ort zunächst nicht verwunderlich, verwunderlich ist aber, mit welchen Suchbegriffen die Leute auf meine Seite gestoßen sind. WordPress zufolge waren es: “holländer witze”, “holland argentinien 2014 witz”, “holland angstgegner deutschland”, “witz argentinien holland”, “holland argentinien witz”, “holland witze”, “scherze über holländische fußballer”. Dabei kommen in meinem Beitrag die Wörter “Witz” und “Scherz” nicht vor, und ich mache mich weder offen noch heimlich über Holländer lustig.

Belo Horizonte – die 2.

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Vier Monate nach meinem Plädoyer gegen “Horrorstreifen für Holländer” hat der seinerzeit aus sprachspielerischen Gründen gewählte Titel des Beitrags eine ganz neue Bedeutung gewonnen – es sind daraus Horrorstreifen für Brasilianer geworden.

Glücklicherweise ist Fußball nur ein Spiel, und das Leben geht weiter – morgen mit der zweiten Halbfinalbegegnung zwischen Argentinien und den Niederlanden, am Samstag und Sonntag dann mit dem kleinen und dem großen Finale.

n-Deklination

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Zuerst hat es den Bären erwischt, dann den Elefanten, später den Architekten und den Korrespondenten – und jetzt muß auch der Mensch als solcher dran glauben: Man schneidet ihm die Endung ab!

Urmensch

Substantive, die zur n-Deklination gehören (darunter die obigen Beispiele), bekommen in allen Kasusformen außer im Nominativ Singular [der Mensch, der Bär, der Architekt etc.] das Suffix -(e)n. Im Genitiv klappt das noch ganz gut. Ich meine zwar, in Kinderbüchern schon vom „Brummen des Bärs“ gelesen zu haben, aber das war sicher die Ausnahme, und bisher kommt niemand auf die Idee, „der Bauch des Architekts“ oder „des Menschs Wille ist sein Himmelreich“ zu sagen. Was aber im Genitiv richtig ist, gilt auch für den Dativ und den Akkusativ, und da wird die korrekte Endung in der gesprochenen wie in der geschriebenen Sprache mehr und mehr weggelassen.

Wer sich nicht sicher ist, ob das in Frage stehende Nomen zur n-Deklination gehört, kann ganz einfach den Test mit dem Genitiv machen. Wird dieser mit s gebildet (der Hut des Mannes / des Freundes), gehört es nicht dazu, wird er mit (e)n gebildet (der Hut des Fremden / des Studenten), dann ja, und dann ist diese Endung auch im Dativ und im Akkusativ erforderlich.

Merke: Man bindet niemandem einen Bär auf – man bindet immer einen Bären auf.

Corpus delicti

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Wer kennt das nicht? Man leiht jemandem ein Buch, denkt nicht mehr daran und stellt erst nach Jahren fest, daß es fehlt. Meistens hat man in der Zwischenzeit vergessen, wem man das Buch geliehen hat, und kann folglich nicht reklamieren.

Mein holländischer Freund erzählt gern, wie sein ehemaliger Englischlehrer das Problem gelöst hat: Er schrieb in all seine Bücher “stolen from Douglas Wainwright” [Name von der Red. geändert]. Im Moment des Entgegennehmens mag es dem Entleiher merkwürdig vorgekommen sein, quasi a priori als Dieb bezichtigt zu werden, aber sicher hat der Eintrag im Buch seinen Zweck einer baldigen Rückgabe an den rechtmäßigen Besitzer erfüllt. Eine wunderbare Idee!

Ehrlich erstaunt war ich, als ich heute beim Aufräumen meines Schreibtischs diesen Kugelschreiber fand:

Walhalla 3

Ich bin mir keiner Schuld bewußt, aber die Katzen können es nicht gewesen sein …

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